Rustikales Bekenntnis: Jeep Wrangler Sport 2.8 CRD im Test

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Wer am Drehregler der Radiolautstärke rumspielen möchte, wird erfreut feststellen, wie hoch der Drehknopf liegt. Ganz oben an der Kante des Armaturenbretts muss man nicht erst groß suchen, sondern findet den Knopf sofort, ohne den Blick vom Straßenverkehr wenden zu müssen. Und wer die Innenraumbeleuchtung des Wrangler einschalten möchte, kann ewig suchen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung verrät dann den Trick: Ein Drehschalter am Blinkhebel ist fürs Kabinenlicht zuständig. Und noch zwei Besonderheiten gibt es bei Regen zu beachten: Zum einen kleben die Tropfen ganz hervorragend an der senkrechten, scheibenwischerlosen Heckscheibe, was besonders im Dunkeln die Sicht über den Rückspiegel beeinträchtigt, zum anderen sollte man den Wagen immer leicht schräg parken. Sonst kann es nämlich gut sein, dass nach einem Regenguss beim Öffnen der Türen erst mal ein ordentlicher Schwall Wasser in die Kabine stürzt.

Der Wrangler ist zu Recht bekannt für seine rustikalen Geländefähigkeiten. Aber auch in der Stadt habe ich meine Freude mit dem Wagen. So wirkt er sehr wendig, wendiger als es der gar nicht mal schlechte Wendekreis von 10,4 Meter vermuten lässt. Sobald die Straße etwas glatter ist, neigt der Jeep in engen Kurven zum Driften. Dies ist aber stets gut kontrollierbar und macht sogar richtig Spaß. Schaltet man den Allradantrieb hinzu, verspannt in engen Biegen der Antriebsstrang und der Wagen zittert ein wenig. Die Federung des Wrangler ist auf Geländefahrten ausgelegt. Jede Gullydeckelvertiefung wird mit einem lauten Knall quittiert. Trotzdem ist die Dämpfung auch für die Stadt gut geeignet: Speed-Bumper, Kopfsteinpflaster und Bordsteine sind ein gefundenes Fressen für das Geländefahrwerk.

Wegen des kurzen Radstandes von 2,42 Meter liegt der Wagen recht unruhig und neigt zum Hoppeln. Der viertürige Unlimited bringt über 50 Zentimeter mehr Radstand mit und verhält sich wesentlich ruhiger. Auf Grund des hohen Aufbaus wankt das Fahrzeug in Kurven ganz gewaltig, hier ist eine eher ruhige Herangehensweise gefragt. Aber Jeep-Fahrer sind keine durchgeknallten Heißsporne sondern überlegte Team-Typen. Souverän und mit Bedacht geht’s ums Eck. Die Lenkung kann ihre amerikanischen Gene nicht verhehlen: Zwar braucht man nicht mehr die mittleren zwei Spuren der sechsspurigen amerikanischen Autobahnen, um bei heftigem Lenkspiel irgendwie geradeaus zu kommen, aber in der Mittellage ist die Lenkung reichlich schwammig. Die Bremsen bringen die Maschine definiert zum Stehen, das Einnicken fällt sehr moderat aus.