Suzuki Swift: gelifteter Kleinwagen im Fahrbericht
Ordentlich verarbeitet
Die Sitze für Fahrer und Beifahrer überzeugen mit straffer Polsterung und vorzüglichem Seitenhalt, nur die Sitzflächen sind für Personen über 1,80 Meter Körperlänge etwas kurz. Das Lenkrad ist zwar höhenverstellbar, könnte aber mehr Spielraum nach oben vertragen. Gut ist hingegen die Kopf- und Schulterfreiheit. Ein qualitativer Sprung nach vorne ist das übersichtlich gestaltete Armaturenbrett. Alle wichtigen Bedienelemente sind klar verständlich und in Griffnähe. Einige Kunststoffteile sind in Alu-Optik gehalten. Die Verarbeitung ist gut, das verwendete Plastik bemüht sich um einen hochwertigen Eindruck, auch wenn es Preisklassengerecht hier und da schlicht ausfällt. Das Lederlenkrad mit Multifunktionstasten, serienmäßig in der Topausstattung namens Comfort, steuert Radio und Tempomat. Bei fast allen Swift-Varianten ist auch ein USB-Anschluss für das CD-Radio serienmäßig.
Schwacher Durchzug
Den Swift gibt es als Benziner mit 1,2 Litern Hubraum und 94 PS und als Diesel mit 75 PS aus 1,3 Litern. In beiden Motoren übernimmt eine Steuerkette die Verbindung Kurbelwelle-Nockenwelle. Teure Zahnriemenwechsel entfallen damit. Suzuki selbst rechnet nur mit einem Anteil von gut 5 Prozent beim Selbstzünder. Für die Proberunde entschieden wir uns daher für den Ottomotor. Bis rund 80 km/h beschleunigt der Swift spritzig, zumal die unteren Gänge des Fünfganggetriebes kurz übersetzt sind. Für den Standartsprint benötigt der 12,3 Sekunden. Der kleine Vierzylinder will dafür aber ordentlich gedreht werden, liegt doch das höchste Drehmoment, mit 118 Nm ohnehin nicht allzu üppig, erst bei 4800 U/min an. Beim Vorgänger wurde es schon bei 4200 Touren erreicht. Der Griff zum Knüppel macht aber dank kurzer Wege und einer exakten Schaltung Spaß. Der lang übersetzte fünfte Gang kostet dagegen viel Elastizität, schon bald kommt der Wunsch nach einem Sechsgang-Getriebe auf. Von 100 bis 120 km/h dauert es im fünften Gang gefühlt eine halbe Ewigkeit, die Maschine wirkt dann, als seien bestenfalls 75 PS am Werk. So heißt es: entweder zurückschalten oder sich in Geduld üben. Der Motor macht akustisch auch auf der Autobahn nie ein Geheimnis aus seinem Tun. Hier macht sich bemerkbar, dass der Swift eher für Stadt als für lange Urlaubsfahrten gedacht ist, was bei einem Kleinwagen nicht als Vorwurf zu verstehen ist. Trotz seiner nominell hohen Leistung ist schon bei 165 km/h die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Zum Vergleich: größerer und schwerer VW Golf läuft mit dem 85-PS-TSI 178 km/h.