Testbericht: Lancia Musa nach dem Facelift

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Eine reine Geschmackssache sind die angebotenen Lackierungen und Stoffe. Die von Lancia vorgestellten "warmen Farbtöne" sind nichts für jene, die Braun-in-Braun-Kombinationen eher abschreckend finden. Andere hingegen mögen die – aufpreispflichtigen – schokobraunen Leder-Alcantara-Sitze als modisches Ausrufezeichen schätzen, das man in Brot-und-Butter-Modellen vergeblich sucht. Lederähnliche Verkleidungen lassen den Innenraum hochwertig wirken. Eher ungeeignet erscheint das edel bezogene Mobiliar jedoch, wenn der Musa als Kindergartenexpress eingesetzt werden soll. Sehr gut gefallen hat uns auch die 990 Euro teure Zweifarblackierung des Musa. Hier sind vier verschiedene Kombinationen möglich, der Farbton wechselt ab der Unterkante der Türfenster. So bekommt der kleine Lancia-Van eine individuelle Note, die ihn im Straßenbild hervorhebt.

Wir hatten Gelegenheit, den 1,4-Liter-Benziner mit 95 PS und den Selbstzünder mit 1,9 Litern Hubraum und 100 PS zu fahren. Unser Hauptaugenmerk galt dem großen Benziner, der auch oben in der Gunst der Käufer steht. Lancia bietet für den Musa drei Diesel mit 70, 90 und 100 PS an. Auf der Seite der Benziner stehen zwei Motoren mit 77 und 95 PS Leistung. Der Diesel mit 100 PS ist zwar sehr laufruhig und kräftig. Jedoch ist er nicht schaltfaul zu fahren, sodass man recht häufig im knorpeligen Fünfganggetriebe umherschalten muss. Das größte Manko des an sich guten Motors ist aber der fehlende Rußpartikelfilter, der nur im 90-PS-Diesel angeboten wird. Ebenfalls nicht zu empfehlen ist das so genannte "Dolce far niente"- ("Das-süße-Nichtstun")-Getriebe. Das automatisierte Fünfganggetriebe missfällt mit deutlichen Schaltrucken und ist daher nur für jene empfehlenswert, die sich mit Schalten und Kuppeln nicht anfreunden können. Sehr gut gefallen hat uns hingegen der Ottomotor mit 95 PS. Er ist angenehm kraftvoll und leise und lässt sich dank des gut abgestimmten und leichtgängigen Sechsganggetriebes sogar schaltfaul bewegen. Bei Vollgas erfreut ein sportlicher, aber nicht unangenehmer Sound das Ohr der Insassen.