Volkswagen baut Mini-Kraftwerke für Energieversorger Lichtblick
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Hoher Wirkungsgrad
Ob der erzeugte Strom guten Gewissens als Ökostrom bezeichnet werden kann, wie es Lichtblick propagiert, sei einmal dahingestellt, denn die Kraftwerke werden mit Erdgas betrieben, was nun einmal ein fossiler Kraftstoff ist. Allerdings ist der Wirkungsgrad hervorragend: Während in einem Auto die Wärme des Verbrennungsmotors größtenteils nutzlos entschwindet, wird sie bei der Kraft-Wärme-Kopplung fast vollständig genutzt. Laut Lichtblick liegt die Energieeffizienz der Technik bei 92 Prozent, das sei zwei- bis dreimal höher als die eines Kohle- oder Atomkraftwerks. Zudem brauche zum Beispiel ein Kohlekraftwerk bis zu sieben Stunden, um anzufahren, ein Atomkraftwerk noch länger – zu lang also, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen.
Geht auch mit Biogas
Zudem soll es nicht dauerhaft bei Erdgas bleiben – wie auch. Mit steigender Verfügbarkeit will man heimisches Biogas einsetzen. Lichtblick verweist dabei auf Studien, nach denen Biogas einen großen Teil des Gasbedarfs in Europa decken könne. Und bis 2030 wolle die Bundesregierung immerhin ein Zehntel des Bedarfs durch Biomethan ersetzen. Lichtblick hat große Pläne: Die Zahl der Kunden soll in den kommenden Jahren von derzeit 550 000 auf zwei Millionen steigen, das Unternehmen will die Nummer fünf in der Branche werden, nach den vier führenden Stromriesen in Deutschland.
Mehr Motoren von VW
Der Verdacht, sich Volkswagen mit seinem Engagement besonders schlaue Ladekonzepte für Elektroautos verspricht, bestätigt sich nicht. Umso klarer sind aber andere Vorteile: Im Werk Salzgitter schafft oder sichert das Projekt Arbeitsplätze und setzt auf Kompetenzen auf, die längst vorhanden sind. VW hat bereits selbst ein Blockheizkraftwerk entwickelt und verfügt über Erfahrung mit Erdgasmotoren. Für sie gibt es übrigens durchaus andere Anforderungen als im Auto. Denn im ZuhauseKraftwerk läuft ein Verbrennungsmotor bei relativ niedriger Drehzahl im stationären Betrieb, „Downsizing“ oder eine Turboaufladung wären bei dieser Betriebsart nicht sinnvoll. Vielmehr kommt es hier darauf an, die Reibung zu minimieren, was in diesem Fall eher für einen Motor mit größerem Hubraum spricht – man könnte sagen, viel wirksames Volumen in Relation zu den Reibungsflächen.