Fünf Rucksäcke für Motorradfahrer im Test
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Ortlieb Velocity PS – Der Umweltfreundliche
(Bild:Â Ingo Gach)
Die Firma Ortlieb aus Heilsbronn hat sich in vielen Jahren einen exzellenten Ruf erarbeitet, der Rucksack Velocity PS bestätigt diesen. Ursprünglich für Fahrradkuriere konzipiert, leistet er auch auf dem Motorrad gute Dienste. Das Besondere an dem Velocity PS: Er besteht aus PVC-freiem PS33-Nylongewebe und ist dennoch absolut wasserdicht, wie unser Test ergab. Dazu ist er mit 790 Gramm noch recht leicht und hält höchsten Tragekomfort mit gut gepolsterten Schulterriemen bereit. Die Polster auf der Rückseite sehen auf den ersten Blick etwas spartanisch aus, erweisen sich in der Praxis aber als erstaunlich komfortabel und lassen viel Luft an den verschwitzten Rücken. Das Anpassen der Gurte erfolgt schnell und exakt, zudem sind Brust- und Hüftgurte abnehmbar.
(Bild:Â Ingo Gach)
Eine clevere Lösung ersann Ortlieb beim Verschluss: Die zusammengerollte Öffnung wird mit einem Klettverschluss im Handumdrehen gesichert. Sollte der Klettverschluss nach ein paar Jahren verschlissen sein, bietet Ortlieb den Service an, ihn auszutauschen. So geht Nachhaltigkeit. Innen verfügt der Velocity PS über eine gut gepolsterte Laptop-Tasche und ein Fach mit Reißverschluss. Mit 23 Liter Volumen ist er geringfügig kleiner als die anderen getesteten Kandidaten, aber für den Alltag und die kurze Tour völlig ausreichend. Mit 119,99 Euro ist der hochwertige Ortlieb Velocity PS kein Sonderangebot, aber angesichts seiner Qualitäten fair eingepreist.
QBag Rucksack 15 Wasserdicht – Der Preisbrecher
(Bild:Â Ingo Gach)
Die Motorradzubehör-Kette Polo hält mit seiner firmeneigenen Marke QBag einen sehr günstigen Rucksack bereit, der "Rucksack 15 Wasserdicht" kostet nur 39,99 Euro. Wie der Name verspricht, ist die PVC-Außenhülle wasserdicht und zudem strapazierfähig. Mit einer Länge von 63 cm und einer Breite von 34 cm liegt er von seinen Abmessungen her im Mittelfeld, beim Gewicht ist er mit nur 660 Gramm sogar der Leichteste, was aber hauptsächlich an der geringeren Ausstattung liegt. So sucht man vergeblich nach Brustgurt, Hüftgurt, Tragegriff und Innentaschen. Lediglich zwei seitliche Netze können außen zusätzliche Gegenstände aufnehmen, die aber nicht durch Verschlüsse gesichert sind.
(Bild:Â Ingo Gach)
Der Tragekomfort der dünn wattierten Schulterriemen geht noch in Ordnung, aber das Rückenteil ist nicht gepolstert, sodass sich transportierte Gegenstände durchdrücken können. Die Riemen lassen rasch einstellen und sind von Gummibändern vor Flattern gesichert. Wie alle Kandidaten wird auch der QBag durch Zusammenrollen verschlossen, als einziger hat er aber keine seitlichen Gurte mit Klickverschlüsse, die das Öffnen verhindern, sondern muss mit dem Klickverschluss oben fixiert werden. Dazu bedarf es – je nach Füllungsgrad des Rucksacks – etwas Kraftaufwand. Außen verfügt der QBag über eine große, wasserabweisende Tasche mit Reißverschluss und zwei Reflektoren. Wer einen möglichst günstigen Rucksack haben möchte und auf zusätzliche Ausstattung verzichten kann, findet im Qbag "Rucksack 15 Wasserdicht" einen ordentlich gemachten Kandidaten.
SW-Motech Triton – Der Robuste
(Bild:Â Ingo Gach)
Der Triton von SW-Moteck glänzt vor allem durch Robustheit. Mit PVC beschichtetes Polyester bildet die Außenhaut und kann vermutlich sogar Winterstürmen trotzen. Den Test auf Wasserdichtheit besteht der Triton souverän. Bei einer Länge von 70 cm und einer Breite von 35 cm ist er der größte Rucksack im Test und schluckt entsprechend viel Gepäck. Mit 1300 Gramm ist er kein Leichtgewicht, was an seiner umfangreichen Ausstattung liegt, dennoch bereitet er auch nach längerer Tragezeit keine muskulären Probleme. Die Schulterriemen lassen sich rasch einstellen, sie dürften aber ruhig etwas dicker gepolstert sein. Das macht SW-Motech aber beim gut gepolsterten Rückenteil und dem gepolsterten Bauchgurt wieder wett. Auf den Schultergurten gibt es sogar Ösen zum Befestigen von Gegenständen, was aber eher beim Wandern und weniger beim Motorradfahren Sinn ergibt. Seitliche Gurte können das Volumen justieren und Clips an allen Gurten verhindern das Flattern im Fahrtwind.
(Bild:Â Ingo Gach)
Der Triton lässt sich durch Zusammenrollen verschließen und mit seitlichen Klickverschlüssen fixieren. Innen bietet er eine gepolsterte 17-Zoll-Laptop-Tasche, die mit einem Klettverschluss verschlossen werden kann sowie eine Netztasche mit Reißverschluss. Außen verfügt er noch über eine wasserdichte Tasche mit Reißverschluss, in der sich flache Gegenstände verstauen lassen. Auch SW-Motech denkt an die Sicherheit und versieht den Triton mit einigen Reflektoren. Für 75 Euro ist der Triton in Anbetracht der sehr guten Ausstattung ein preiswertes Angebot.
(mfz)