Rasante Datenfunker

Seite 9: Sony Ericsson W890i und Fazit

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Das flache und handliche Walkman-Handy W890i wiegt nur 78 Gramm. Viel Platz für die Tastatur haben die Designer nicht gelassen. Die eng stehenden, breiten Wähltasten lassen sich noch gut bedienen, das zu kleine Steuerkreuz ist aber nichts für große Finger. In der Sonne bleibt das kontrastreiche Display lesbar, auch wenn es etwas spiegelt. Zum Wechseln der Memory-Stick-Micro-Karten – 8-GByte-Medien werden erkannt – muss man die Rückwand entfernen, braucht das Handy aber nicht auszuschalten.

Zu den brauchbaren Organizerfunktionen packt Sony Ericsson viel Multimedia, Spiele und Google Maps. Der Browser zeigt auch große Webseiten an, die Navigation auf der Seite ist jedoch umständlich. Notebooks bringt das W890i problemlos und mit brauchbaren Durchsätzen ins Netz. Bei EGPRS-Verbindungen sendet das Handy nur halb so viele Bytes pro Sekunde wie die anderen Testkandidaten.

Als Musikhandy trumpft das W890i mit dem besten Sound vom mitgelieferten Headset, einer Klinkenbuchse und kräftigem Megabass auf. Zum Klangregeln gibt es einen 5-Band-Equalizer mit Presets. Die Fixfokus-Kamera löst schnell aus und eignet sich damit gut für Schnappschüsse. Sie liefert überraschend scharfe Fotos mit stimmigen Farben und wenig Bildrauschen, was aber am aggressiven Rauschfilter liegt, der Bilddetails kostet. Die unscharfen Videos mit starken Kompressionsartefakten gefallen dagegen nicht.

Zum mobilen Surfen via Notebook eignen sich alle Handys im Test gut. Wer unterwegs große Downloads braucht, sollte zu einem der 7,2-MBit/s-Modelle greifen, doch sind die Netzbetreiber noch dabei, auf die dritte HSDPA-Stufe aufzurüsten. Zum schnellen Surfen und Mailen reicht eines der 3,6-MBit/s-Handys. Anwender wie Fotoreporter, die große Bilddateien schnell zur Redaktion schicken wollen, greifen besser zu HSUPA-fähigen USB-Modems oder müssen bis zum Herbst auf die ersten Smartphones mit HSUPA warten.

Eine gute Ausstattung und Sprachqualität bieten ebenfalls alle. Die Smartphones sind mit den flexibleren Organizerfunktionen und der Option, weitere Anwendungen nachinstallieren zu können, für Geschäftskunden besonders interessant. Als MP3-Player empfiehlt sich das W890i von Sony Ericsson, während das Nokia N95 mit seinen Videofunktionen und das LG HB620T mit mobilem TV auftrumpft. Die Touchscreen-Modelle F480 und F490 sind eher etwas für trendbewusste und experimentierfreudige Nutzer.

Eines haben die Handys im Test auch gemein: Bei der Vielzahl an Funktionen bleiben Übersichtlichkeit und einfache Bedienung auf der Strecke. Statt die Bitraten oder die Anzahl der Multimediafunktionen weiter in die Höhe zu treiben, sollten sich die Hersteller um bessere Bedienkonzepte bemühen.

Zu diesem Beitrag gehören eventuell weitere Tabellen und Labormessungen, die Sie im kostenlos verfügbaren PDF des Original-Artikels aus c't finden.

[1] Jo Bager, Aufgemotze Minimalisten, Browsen mit dem Handy

[2] Rudolf Opitz, Sven Hansen, FallrĂĽckzieher, Zur FuĂźball-Europameisterschaft kommen die ersten DVB-T- statt DVB-H-Handys (ll)