Rasante Datenfunker

Immer mehr Edel-Handys stellen in UMTS-Netzen dank des schnellen Datendienstes HSDPA mobilen Internetzugang bis zu 7,2 MBit/s bereit und liegen damit in der Größenordnung eines DSL-Anschlusses.

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AuĂźer mit Telefon- und Organizerfunktionen, Musikplayer, Video und Megapixelkameras locken viele Modelle zudem mit Touchscreen-Bedienung per Finger.

Zurzeit findet man den UMTS-Datenturbo HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) nur in Handys und Smartphones der oberen Preisklasse. Von den neun UMTS-Telefonen, deren Fähigkeiten wir als Handy, Multimedia-Unterhalter und nicht zuletzt Funkmodem getestet haben, empfangen immerhin drei bis zu 7,2 MBit/s brutto – die bislang höchste Ausbaustufe von HSDPA. Dazu gehören das TV-Handy HB620T von LG und die Samsung-Modelle SGH-F480 und U900 "Soul". Alle anderen sind mit HSDPA 3,6 MBit/s ausgestattet: die Windows-Mobile-Telefone mit Touchscreen LG KS20 und Samsung SGH-i780, die Symbian-Smartphones N78 und N95 8GB von Nokia, der Qbowl-Ableger Samsung SGH-F490 und das Walkman-Handy W890i von Sony Ericsson.

Gerade im Urlaub leisten die Multifunktionstelefone gute Dienste, da sie nicht nur für die Verbindung mit den Daheimgebliebenen sorgen, sondern eine Reihe elektronischer Helferlein wie Navigationsgerät, MP3-Player, Radio und sogar den Fernseher ersetzen können. Wer auf die zahlreichen Goodies verzichten will und etwa auf Dienstreisen nur mobilen Internetzugang braucht, dem ist wahrscheinlich mit einem HSDPA-Modem für den Express-Slot oder die USB-Schnittstelle seines Notebooks besser gedient.

HSDPA beschleunigt nur die beim Surfen wichtige Empfangsrichtung, nicht das Senden. Während die HSDPA-fähigen Netze die 3,6-MBit/s-Stufe meist schon bieten, ist der Ausbau auf 7,2 MBit/s noch im Gange. Derzeit erreicht man solch hohe Empfangsraten deshalb nicht überall.

Mit der Aufrüstung der UMTS-Netze auf HSDPA 7,2 MBit/s führen die Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone außerdem HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) ein, das auch die Senderichtung auf bis zu 1,4 MBit/s beschleunigt – bislang sind es 384 kBit/s. Auch O2 hat mit dem HSPA-Ausbau begonnen, nur E-Plus bleibt vorerst beim UMTS-Datendienst mit maximal 384 kBit/s. Um große Datenmengen wie Digitalfotos mobil zügig versenden zu können, braucht man derzeit noch ein HSUPA-fähiges Modem für Notebooks, wie sie T-Mobile und Vodafone anbieten.

Rasante Datenfunker (10 Bilder)

Rasante Datenfunker

Der Vorteil der dritten HSDPA-Ausbaustufe auf 7,2 MBit/s macht sich erst beim Download größerer Dateien bemerkbar.

Von den von Netzbetreibern und Herstellern genannten HSDPA-Bruttoraten sollte man wegen des Protokoll-Overheads mindestens 20 Prozent abziehen. Zudem hängen die Übertragungsraten von den Empfangsverhältnissen und der Auslastung der Funkzellen ab. Eine weitere Bremse kann man selbst lösen: Bluetooth reicht als Schnittstelle zwischen Handy und PC für normale UMTS-Verbindungen aus, ist für HSDPA aber zu langsam. Um die hohen Raten des UMTS-Turbos zu nutzen, sollte man daher auf das mitgelieferte USB-Kabel zurückgreifen.