Beta Alp 4.0 im Test: Spielerisch über Hindernisse
Seite 2: Topspeed besser nicht ausloten
Die Höchstgeschwindigkeit der Alp 4.0 beziffert Beta auf 135 km/h. Ein Wert, den ich weder im Gelände, noch auf der Straße ausreizen möchte: Offroad ist Tempo 135 schon kurz vor Lichtgeschwindigkeit und auf Asphalt führen die grobstolligen Enduroreifen der Marke Vee Rubber zum Pendeln des Bikes. Wer auf solche für eine Enduro ohnehin irrelevante Geschwindigkeitsorgien verzichtet, findet in der Beta eine getreue Spielkameradin, die viel Spaß bereitet. Ganz besonders empfiehlt sie sich für genussvolles Endurowandern auf schmalen Pfaden im Wald und auf der Alm, wo ihre Enduro-Pneus guten Grip bieten.
Fünf Zoll großes TFT-Display
Dass die Alp 4.0 in der Moderne angekommen ist, zeigt zum einen die LED-Beleuchtung rundum und zum anderen das fünf Zoll messende TFT-Display. Die wichtigsten Infos wie Tempo, Drehzahl und Gang werden groß angezeigt, der Rest nur sehr klein. Nach Fahrmodi hält der Pilot vergeblich Ausschau, es gibt schlicht keine. In Anbetracht der übersichtlichen Leistung aber auch nicht notwendig, die Schlupfregelung ersetzt jederzeit ein gefühlvolles Handgelenk.
Beta Alp 4.0 (7 Bilder)

Ingo Gach
)Kennzeichenträger zu niedrig
Drei Punkte werden Enduristen der Alp 4.0 ankreiden. Erstens ist der Endschalldämpfer nicht hoch verlegt – wie bei Sportenduros üblich – und bekommt bei einem Sturz zwangsläufig Bodenkontakt. Zweitens erweist sich der tiefsitzende, an der Stahlschwinge befestige Kennzeichenträger für das Gelände ungeeignet. Er droht bald von einem Gesteinsbrocken abgerissen zu werden. Im Zubehör bietet Beta zwar einen Kennzeichenträger an, der direkt unter den Heckfender geschraubt wird, aber es stellt sich die Frage, warum der Hersteller das nicht serienmäßig macht. Drittens der Vorderradkotflügel: Er sitzt nur knapp über dem Reifen. Im Gelände sammeln sich darunter schon mal zäher Schlamm und Steine, die den Vorderreifen arg abbremsen. Deshalb hat Beta im hauseigenen Shop einen Satz Hülsen, der den Kotflügel wenigstens ein bisschen höher setzt. Auch hier ist unverständlich, dass der Kunde dafür extra Geld berappen muss.
Fairer Preis
Stichwort Kosten: 6100 Euro verlangt Beta inklusive Nebenkosten für die Alp 4.0 und kann entweder in Weiß oder Rot geordert werden. Für den Preis ist die Alp 4.0 ein sehr faires Angebot, wenn der Kunde eine unkomplizierte Begleiterin für das Gelände sucht und auf Motocross-Strecken verzichtet. Selbst auf der Landstraße macht die Beta noch eine gute Figur, von den reifenbedingten Einschränkungen mal abgesehen.