Test: Audi Q5 TDI

Inhaltsverzeichnis

Groß sind die Fortschritte im Infotainmentbereich, was nicht nur den Funktionsumfang, sondern ausnahmsweise auch die Bedienbarkeit betrifft. Denn Audi hat sich mit vielen Jahren Verzögerung dazu durchringen können, dass BMW-Prinzip der fast frei belegbaren Favoritentasten zu kopieren. Dazu gibt es ein Touchfeld mit Handschrifterkennung, dass sogar meine Sauklaue erkennt – Respekt. Wie so oft braucht es bei Systemen mit solch einem enormen Funktionsumfang etwas Zeit, um sich einzugewöhnen, doch Audi macht es einem nicht ganz so schwer wie andere Hersteller. Was ich irritierend fand: In den meisten Menüs muss man, wenn einmal der letzte Punkt erreicht ist, wieder zurückscrollen. In allen anderen mir bekannten Autos wird einfach zum ersten Menüeintrag gewechselt. Bei den Tasten der Klimaautomatik muss dann der Knopf von unten angehoben werden – darauf muss man erst einmal kommen.

Das aufpreispflichtige Display als Kombiinstrument bietet sehr viele Spielereien, wobei mir nicht alle sinnvoll erschienen. So gibt es eine Ansicht, in der Tacho und Drehzahlmesser klein sind und sehr viele Informationen des Bordcomputers eingeblendet werden. Mir war das etwas zu viel, aber die Lösung ist nur einen Knopfdruck entfernt. Die schon im Golf kritisierte Tachoskalierung gibt es auch hier. Einen häufig zu lesenden Kritikpunkt konnte ich nicht nachvollziehen: Bei großer Navikarte und kleinen Rundinstrumenten fanden viele den Tacho schlecht ablesbar. Doch Audi blendet die Zahl mit ein und entschärft das Problem meiner Ansicht so ganz gut. Die Anzeigen für Tankinhalt und Temperatur des Kühlwassers sind so mickrig und grob aufgelöst, dass bei der nächsten Modellpflege ein Controller hoffentlich endlich einschreitet.

Ein paar Worte hat sich auch das Soundsystem von Bang&Olufsen redlich verdient. Um es kurz zu machen: Es klingt ausgezeichnet. Die Bässe lassen bei Bedarf den Innenspiegel erzittern. „With Or Without You“ von U2 so weit nach unten auszuleuchten gelingt nicht vielen Werksanlagen. Man muss die Lautstärke schon sehr, sehr weit erhöhen, um festzustellen, dass das System dann etwas die Übersicht im Hochtonbereich verliert. Ob aber nun jeder Klangregler sein eigenes Untermenü braucht? Zweifel daran sind erlaubt. Schlecht finden wir die Unterbringung des CD-Players im Handschuhfach. Auch wenn das die meisten Audi-Fahrer vermutlich nicht mehr nutzen: Was eingebaut ist, sollte sich auch einfach bedienen lassen. Kleine Anekdote, an der Audi vermutlich unschuldig ist: Auf der internen Jukebox fand sich auch das U2-Album „The Joshua Tree“ von 1987. Wer es kennt, wird sich möglichweise etwas wundern, denn in der Datenbank haben es auch Stücke wie “Sunday, bloody sunday” und “Vertigo” auf dieses Album geschafft. Für alle anderen: Ersteres ist aus dem Jahr 1983, letzteres von 2004.

Die exzellente Musikanlage lässt sich im Q5 auch deshalb so gut genießen, weil die Antriebsgeräusche gut gedämmt sind. Etwas mehr ist vom Fahrwerk zu hören, doch insgesamt ist das SUV ein leises Auto, auch bei hohem Tempo. Dazu trug im Falle des Testwagens eine zusätzliche – und aufpreispflichtige – Dämmung von Seiten- und Frontscheibe bei. Nur wenn die Maschine zu hohen Drehzahlen gezwungen wurde, war im Testwagen ein deutliches Nageln zu hören. Damit unterscheidet sich der Audi-Motor vom gut vergleichbaren 190-PS-Diesel im neuen Volvo XC60. Dort ist der Klang weicher, aber insgesamt auch etwas deutlicher zu vernehmen. Die Gänge werden vom Doppelkupplungsgetriebe flink und passend gewechselt, sofern man es ruhig angehen lässt.