Motorrad-Vorstellung Triumph Tracker 400: Vertrackt
Triumph baut seine erfolgreiche 400er-Modellreihe mit der Tracker im Stil der Flat-Track-Racer mit sportlicher Sitzposition und etwas mehr Leistung weiter aus.
(Bild: Triumph)
- Ingo Gach
Als Erfolgsmodelle von Triumph würden die meisten Fans vermutlich die Speed Triple (Test) und die Bonneville erwähnen. Das meistverkaufte aktuelle Modell der britischen Marke ist jedoch weltweit mit Abstand die 400er. Die drei Modelle Speed 400, Scrambler 400 X und Scrambler 400 XC kommen zusammen seit Beginn der Produktion ab Mitte 2024 auf über 75.000 Stück. Gebaut werden die kleinen Triumphs bei Bajaj in Indien. Nicht nur auf dem Subkontinent sind sie begehrt, auch in Deutschland erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Sie sind schick, handlich und dazu noch günstig. Ihre Optik hat viele Kunden auf Anhieb überzeugt und der lebendige 398-cm3-Einzylinder fühlt sich nach mehr als 40 PS an.
Zwei neue Modelle, nur eins fĂĽr Deutschland
Triumph legt jetzt mit der Tracker 400 und Thruxton 400 nach. Letzteres Modell ist ein wunderschöner Retro-Racer mit Stummellenkern und kleiner Halbschalenverkleidung. Bedauerlicherweise hat Triumph entschieden, die Thruxton 400 nicht nach Deutschland zu importieren, obwohl Österreich und der Schweiz in den Genuss kommen. Auf die Tracker 400 dürften sich hingegen auch Kunden hierzulande freuen.
Triumph Tracker 400 Teil 1 (9 Bilder)

Triumph
)Der Name leitet sich von „Flat Tracker“ ab. Dabei wird auf losem Untergrund im Oval aus zwei Kurven und zwei Geraden gefahren. Die teilweise über 100 PS starken und über 200 km/h schnellen Flat Tracker mit maximal zwei Zylindern driften spektakulär durch die Kurven. Die einzige Bremse sitzt am Hinterrad und dient nur dazu, das Motorrad vor der Kurve querzustellen.
Tracker mit flacherem Lenker
Ganz so radikal baut Triumph seine Tracker 400 natürlich nicht, schließlich sollte sie ja alltagstauglich bleiben und eine Straßenzulassung bekommen. Sie basiert auf der Speed 400, aber die Unterschiede sind größer als auf den ersten Blick ersichtlich. Für den stilechten Auftritt bekommt die Tracker 400 einen um 23 mm breiteren und vor allem 134 mm flacheren Lenker. So klappen die Ellenbogen automatisch nach außen, während der Oberkörper leicht nach vorne geneigt das Vorderrad stärker belastet. Gleichzeitig wandern die Fußrasten im Gegensatz zur Speed um 86 mm nach hinten und um 27 mm nach oben für eine sportlichere Sitzposition.
Sportlichere Sitzposition
Der Tank wurde gestrafft, bleibt aber bei 13 Liter Volumen. Die Modellbezeichnung „Tracker“ zieht sich als XL-Schriftzug über die gesamte Länge des Tanks. Die Seiten des Spritbehälters haben deutlichere Einbuchtungen, um die Knie eng anlegen zu können. Flacher als bei der Speed wird die Sitzbank mit abnehmbarer Abdeckung über den Soziusplatz. Dadurch sinkt die Sitzhöhe geringfügig auf 805 mm. Schriftzüge seitlich unterhalb der Sitzbank verkünden im Stil von Startnummern die Hubraumgröße.
Das Rücklicht ist kleiner als bei der Speed, der Sozius-Handgriff solider und der Kennzeichenhalter kürzer. Aus unerfindlichen Gründen sind die Sozius-Fußrasten höher positioniert, was eine Änderung am Heckrahmen für die entsprechenden Aufnahmen erforderte. Den Auspuff mit übereinander angeordnetem Doppelrohr-Endschalldämpfer auf der rechten Seite übernimmt die Tracker 400 von der Scrambler 400 X.
Kleiner Flyscreen
Über dem Rundscheinwerfer hat die Tracker serienmäßig einen kleinen Flyscreen. Er gewährt zwar keinen ernsthaften Windschutz, sieht aber stylisch aus. Das Cockpit hält eine altbackene Mischung aus analogem Drehzahlmesser und LC-Display für Geschwindigkeit und andere Informationen bereit. Mit den inzwischen üblichen TFT-Displays ist die Konkurrenz der Tracker weit voraus. Triumph gestaltet für das Modell neue 17-Zoll-Gussfelgen. Die Dimension änderte sich allerdings nicht, obwohl Flat-Track-Racer üblicherweise auf 19-Zöllern rollen. Wie bei der Speed bleibt Triumph bei den Reifendimensionen 110/70-17 und 150/60-17. Allerdings sind es nun die bewährten Pirelli MT60RS, deren Blockprofile eine leichte Offroad-Tauglichkeit erahnen lassen und trotzdem eine gute Haftung auf Asphalt erlauben.
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Federelemente der Speed 400
Die Federelemente sind mit der Speed 400 identisch, die Federwege betragen 140 mm vorn und 130 mm hinten, lediglich die Gabel ist schwarz, statt golden eloxiert. Am Vorderrad arbeitet die gleiche radiale Vierkolben-Bremse der Brembo-Marke Bybre aus indischer Fertigung wie an der Speed.
Triumph Tracker 400 Teil 2 (6 Bilder)

Triumph
)Die Fahrwerksgeometrie ändert sich leicht: Der Radstand schrumpft um sechs Millimeter auf 1371 mm, der Lenkkopf steht mit 65,6 Grad um zwei Grad steiler, während der Nachlauf von 102 auf 108 mm wächst. Als einziges Assistenzsystem bietet die Tracker eine abschaltbare Schlupfregelung, dazu kommt eine Anti-Hopping-Kupplung, die das Stempeln des Hinterrads verhindert. Sämtliche Lichtquellen rundum sind mit LEDs bestückt.
Kräftiger, aber mit spitzerer Charakteristik
Ein entscheidender Unterschied zu den anderen 400er-Modellen ist nicht sichtbar, dürfte aber spürbar sein: Der 398-cm3-Einzylinder leistet zwei PS mehr. Seine 42 PS wurden durch ein schärferes Nockenprofil und eine entsprechend abgestimmte Software möglich, bis zur Höchstleistung muss der Motor nun 9000 statt 8000/min drehen. Das maximale Drehmoment bleibt bei 37,5 Nm, doch auch dafür benötigt der Einzylinder nun mit 7500/min 1000 Touren mehr.
Triumph opfert bei der Tracker 400 den besseren Durchzug zugunsten einer höheren Spitzenleistung und Endgeschwindigkeit. Die beträgt bei der Speed 400 übrigens 148 km/h, sodass die Tracker 400 wahrscheinlich die 150 km/h knackt. Allerdings wiegt sie mit 173 drei Kilogramm mehr als die Speed 400.
Videos by heise
Aufpreis fĂĽr die Tracker 400
In Deutschland bietet Triumph die Tracker 400 ab Mai in den beiden Farben „Phantom Black“ und „Aluminium Silver“ für 6695 Euro an. Absolut gesehen ist das ein günstiges Angebot. Im Vergleich zur Speed[ ]400 (Test) allerdings bezahlt der Käufer für den Look und zwei zusätzliche PS einen Aufpreis von 1050 Euro.