Motorrad Yamaha R7 präsentiert: Sportliches Comeback
Die Yamaha R7 kommt zurück. Mit viel Detailarbeit an Optik, Rahmen, Getriebe und Elektronik richtet sie sich weiterhin besonders an Jungdynamiker.
(Bild: Yamaha)
- Ingo Gach
Als Yamaha die R7 für 2025 aus dem Programm strich, war es ein Schock für die Fans. Die kleine Sportlerin erfreute sich großer Beliebtheit vor allem unter den jungen Fahrern, die sich ein teures Superbike nicht leisten konnten. Doch jetzt können sie aufatmen, die R7 ist nach ihrem Comeback besser denn je.
In vielen Punkten verbessert
Yamaha hat das Jahr genutzt und die R7 in vielen Punkten überarbeitet. Dabei wurde sie nicht nur auf die Abgasnorm Euro 5+ gebracht, sondern auch optisch nachgeschärft. Die schlankere Verkleidung wurde mit neuen Öffnungen zur Hitzeabfuhr versehen. Yamaha hat ihre Aerodynamik und die Effizienz des Luftstroms zum Kühler verbessert. Auch die beiden schmalen LED-Scheinwerfer und das Fernlicht in der Mitte sind neu gezeichnet, die vorderen Blinker wurden in die Rückspiegel integriert. Der Tank wuchs von 13 auf 14 Liter. Seine Kunststoff-Abdeckung ist neu geformt, ebenso wie das immer noch sehr knappe Heck. Die R7 bleibt im Design eng am Superbike R1 und gibt sich betont sportlich.
Weiterentwickelter Rahmen
Auch unter der Verkleidung tut sich viel. Der Rohrrahmen wurde weiterentwickelt, von Anordnung und Durchmesser der Rahmenrohre bis zu den Verstärkungspunkten. So ergibt sich laut Yamaha eine höhere Steifigkeit und verbesserte Rückmeldung auf die Fahrzeugreaktionen. Yamaha verkündet stolz, dass das Gewicht des Rahmens gleich bleibt. Die Schwinge ist neu und die Felgen mit den filigranen Speichen sind im Spin-Forged-Verfahren hergestellt, sodass sie leichter sind als die der Vorgängerin. Die Upside-down-Gabel mit 41 mm Durchmesser hat nun Kolbenstangen aus Aluminium, statt aus Stahl, was ihr Gewicht um 350 Gramm reduziert.
Yamaha R7 Teil eins (6 Bilder)

Yamaha
)Verbessertes Handling
Die Erleichterungsmaßnahmen an Felgen und Gabel ziehen ein verbessertes Handling durch geringere ungefederte Massen nach sich. Zudem spendiert Yamaha der R7 die sehr guten Bridgestone-Battlax-Hypersport-S23-Reifen als Erstausrüstung. Beim Fahren wird man feststellen, dass der Lenker etwas höher positioniert ist und der Tank mehr Bewegungsfreiheit zulässt. Außerdem ist die Sitzhöhe um 5 mm auf 830 mm leicht reduziert. Die Fußrasten aus Aluminium stammen direkt von der R1. Auch an der Geometrie hat Yamaha gefeilt. Der Radstand bleibt zwar bei 1395 mm, aber die Gabel steht mit 66 Grad um 0,5 Grad steiler und der Nachlauf ist um einen auf 91 Millimeter verlängert. Die Federwege reduziert Yamaha auf 120 mm vorne und 121 mm hinten. Vorher waren es je 130 mm gewesen.
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Unveränderter Motor
Am Reihenzweizylinder – von Yamaha als CP2 bezeichnet – wird nichts geändert, er ist identisch mit dem in der MT-07 und 700 Ténéré. Er verfügt über 689 cm3 und leistet 73,4 PS bei 8750/min und bietet 68 Nm bei 6500/min. Für ein Sportmotorrad mag das nach nicht sonderlich viel klingen, aber der Motor besticht mit einem guten Durchzug und muss, abgesehen vom Fahrer, nur 189 kg vollgetankt beschleunigen. Auch seine Drehfreude kommt Sportfahrern entgegen. Immerhin verspricht Yamaha 211 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Mehr Assistenz
Dass sie auf der Rennstrecke schneller unterwegs ist als ihre Vorgängerin, dürfte nicht zuletzt an den verbesserten elektronischen Assistenzsystemen liegen. Die R7 verfügt jetzt über die gleiche 6-Achsen-IMU wie sie in der R1 zum Einsatz kommt. Der Mittelklasse-Sportler hat die drei Modi Rain, Street und Sport sowie den frei konfigurierbaren Custom-Modus.
Eine dreistufige, schräglagensensible Schlupfregelung verhindert ebenso wie die einstellbare Slide-Control ein Wegrutschen des Hinterrads, beides kann aber auch abgeschaltet werden. Die Motorbremskontrolle kann in zwei Stufen ausgewählt werden und der Back-Slip-Regulator verhindert ein Blockieren des Hinterrads beim schnellen Runterschalten.
Yamaha R7 Teil zwei (8 Bilder)

Yamaha
)Quickshifter serienmäßig
Die Gänge können an der R7 nun mittels eines zweifach einstellbaren Quickshifters der dritten Generation gewechselt werden. Zusätzlich soll das überarbeitete Getriebe mit verbesserten Schaltklauen präzisere und sanftere Gangwechsel ermöglichen. Eine Wheelie- und Launch-Control bieten auf der Rennstrecke Vorteile, für die Autobahn gibt es einen Tempomat.
Kontrolliert wird alles über ein 5-Zoll-TFT-Display, das vier Darstellungen inklusive eines Track-Modus ermöglicht. Einstellen kann der Fahrer die Parameter über einen Fünf-Wege-Joystick am linken Lenkerende. Die R7 bietet Smartphone-Konnektivität samt Pfeil-Navigation. Wer sich die Y-TRAC-Rev-App herunterlädt, kann unter anderem Runden- und Sektorenzeiten, Schräglagen und Geschwindigkeiten aufzeichnen und auswerten.
Videos by heise
Nicht billig, aber gerechtfertigt
Yamaha erwartet 10.999 Euro für die neue R7. Das ist nicht wirklich billig, aber in Anbetracht der umfangreichen und hochwertigen Ausstattung gerechtfertigt. Yamaha offeriert die R7 neben den Farben Icon Blue und Midnight Black zum 70. Jubiläum auch in der weiß-roten Sonderlackierung Anniversary White, die allerdings 11.299 Euro kostet.