Der Fisker Karma kommt nach China

Wenn die Ankündigungen zu halten sind, wird Fisker ab März 2011 den Elektro-Sportwagen Karma in Serie bauen. Nun hat der kalifornische Autobauer auch einen Partner für den Vertrieb in China

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Von
  • Gernot Goppelt
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Hannover, 17. Dezember 2010 – Für den Tesla Roadster wäre der Fisker Karma ein ernsthafter Gegner, wenn er wie geplant auf den Markt kommt. Warum überhaupt der Vergleich? Beide Hersteller haben ihren Sitz in Kalifornien, angeblich soll Henrik Fisker Ideen aus der Tesla-Entwicklung geklaut haben, beide Sportwagen werden von einem sehr kräftigen Elektromotor angetrieben – mit einem großen Unterschied: Der Tesla Roadster ist ein reines Elektroauto, der Karma hat zusätzlich einen Range Extender an Bord.

Erstmals vorgestellt wurde eine "Serienversion" der Fisker Karma bereits auf der NAIAS 2009, die tatsächliche Serienproduktion bei Valmet in Finnland soll im Februar 2011 beginnen. Nach amerikanischen Medienberichten wird Fisker die NAIAS 2011 auslassen und die tatsächliche Serienversion erst auf dem Genfer Automobilsalon zeigen. Im März soll der Verkauf starten, angeblich liegen bereits 3000 Bestellungen vor.

Der Fisker Karma kommt nach China (3 Bilder)

Der Fisker Karma soll mithilfe eines Vertriebspartners auch in China verkauft werden.

Einen Schub haben die Bemühungen möglicherweise durch eine Vereinbarung mit der der China Grand Automotive Group (CGA) bekommen. Demnach tun sich die beiden Unternehmen zusammen, um den Karma in China zu vertreiben und ein Servicenetz aufzubauen. CGA betreibt in China ein Netzwerk von rund 200 Niederlassungen, die sich unter anderem auch um die Marken Mercedes, BMW, Lexus und Lamborghini kümmern. Im April soll der Karma auf der Shanghai Motor Show gezeigt werden, im Herbst sollen dann die ersten Fahrzeuge in China ausgeliefert werden. Insgesamt will Fisker pro Jahr 18.000 Karma bauen, im Herbst 2012 soll ein zweites, größeres Modell das Angebot erweitern.

Ein entscheidender Vorteil des Fisker Karma gegenüber dem Tesla Roadster besteht darin, dass er dank seines Range Extenders eine vollwertige Reichweite von fast 500 Kilometer bieten kann – doch muss er deswegen einen Verbrennungsmotor mitschleppen. Andererseits ist nur eine Batterie mit 20 kWh Energieinhalt erforderlich, die weit weniger kostet als die 56 kWh im Tesla Roadster. Den Antrieb im Karma übernehmen zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 300 kW, die im rein elektrischen Betrieb aus der Lithium-Ionen-Batterie gespeist werden. Noch beeindruckender ist das Drehmoment von über 1300 Nm, womit der Karma fast alle Pkw mit Verbrennungsmotor in den Schatten stellt.