Schiebebetrieb: Hybridantrieb für Wohnwagen

Hybridantriebe für Reisemobile sind noch Zukunftsmusik. Eine besonders originelle Idee verfolgt der Caravanspezialist Knaus Tabbert, der einem Wohnwagen einen Elektroantrieb verpasst – so wird das Gespann zum Hybrid

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Von
  • Gernot Goppelt
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Hannover, 29. März 2011 – Der Trendforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer stellte kürzlich gegenüber der dpa fest, dass es sich beim Hybridantrieb von Reisemobilen um einen "ganz großen langfristigen Trend" handelt. Doch bis Hybrid-Reisemobile serienreif sind und tatsächlich angeboten werden, wird es seiner Einschätzung nach noch gut zwei Jahre dauern. Als "heiße Kandidaten" stuft er dabei Peugeot/Citroën, Daimler und Toyota ein, ohne dies näher zu begründen. Im Falle Toyota ist das nicht schwierig: Weil die Japaner einen großen Vorsprung bei der Hybridtechnik haben, liegt es immer nahe, sie zu nennen. Peugeot/Citroën kämen zum Beispiel deswegen infrage, weil ihr Hybridkonzept mit einem separaten Hybridmodul an der Hinterachse auch gut für Kleinserienanwendungen geeignet wäre und die Modelle der Franzosen ohnehin eine beliebte Basis für Wohnmobile sind..

Genau hierin könnte aber der Haken bestehen: Wohnmobile sind eigentlich für lange Strecken gemacht, dort also, wo Energie­rückgewinnung mangels Stopp-and-Go-Phasen selten möglich ist (außer im Stau). Camping-Experte Dudenhöffer sieht aber auch Vorteile, zum Beispiel, dass Plug-in-Hybrid-Mobile auf dem Campingplatz nachgetankt werden können, dort wo eine Ladeinfrastruktur bereits vorhanden sei. Außerdem könnte man (das behaupten wir jetzt) die geladene Batterie auch einmal für andere Zwecke als das Fahren nutzen, als temporären Ersatz für einen stationären Generator zum Beispiel. Dass reine Elektro-Wohnmobile ziemlich absurd wären, muss man hier nicht näher erläutern, allenfalls eine Plug-in-Option erscheint sinnvoll.

Schiebebetrieb: Hybridantrieb für Wohnwagen (3 Bilder)

Der Fahrzeughersteller Al-Ko platziert die Batterien im Fahrwerksrahmen.

Der Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert rechnet mit Hybrid-Wohnmobilen allerdings nicht vor 2014. Zusammen mit dem Fahrgestellhersteller Al-Ko arbeite man zwar an einem Hybridantrieb. Übertriebene Eile scheint aber allein schon deswegen nicht geboten, weil es sich um "eine der wichtigsten und nachhaltigsten Innovationen für die Caravaning-Industrie" handele. Die Firma Al-Ko zeigt auf der Nutzfahrzeug-IAA 2010 in Hannover ein so genanntes "Electric Power Chassis", das zumindest schon einmal deutlich machte, wo man die Batterien für einen Hybridantrieb platzieren kann. Al-Ko, ohnehin ein Spezialist für Wohnmobil-Chassisrahmen, platziert die Energiespeicher in dieser Rahmenkonstruktion, sodass sie sich zumindest nicht auf den verfügbaren Innenraum auswirken.