E-Mobility: Renault will deutschen Markt erobern

Renault strebt bei den Elektroautos in Deutschland die Marktführerschaft an. Für das Jahr 2020 peilen die Franzosen laut Deutschlandchef Achim Schaible den Verkauf von 100.000 bis 150.000 E-Mobilen an

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  • ssu

Der französische Autobauer Renault will bei den Elektroautos in Deutschland führend werden. "2020, wenn nach den Plänen von Politik und Industrie eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland auf den Straßen sein sollen, peilen wir im Bereich Elektroautos einen Marktanteil von 10 bis 15 Prozent an", sagte Deutschlandchef Achim Schaible der Tageszeitung Die Welt. Im zu Ende gehenden Jahr wurden in der Bundesrepublik allerdings erst wenige tausend E-Fahrzeuge zugelassen, wobei der Löwenanteil auf die Konkurrenz von Mitsubishi und PSA (Peugeot/Citroën) entfiel.

Renault Twizy als Prototyp im April 2011

(Bild: heise Autos/Archiv)

Die Marktführerschaft will Renault durch das Angebot verschiedener E-Fahrzeuge erreichen. "Wir bringen in den kommenden zwölf Monaten vier Modelle auf den Markt, die ausschließlich elektrisch angetrieben werden", erklärte der Manager. Am günstigsten ist dabei der Twizy, ein vierrädriges Stadtmobil, das deutlich kleiner als ein herkömmlicher Pkw ist und unter 7000 Euro kosten soll.

Um die Preise für die als teuer geltenden batteriebetriebenen Wagen zu drücken, setzt Renault auf ein Leasing-Modell. "Die Autos sind bezahlbar, weil die Kunden das teuerste am Elektrofahrzeug, die Batterie, bei uns nicht kaufen, sondern mieten", sagte Schaible. Er forderte auch in Deutschland eine staatliche Unterstützung, um den E-Autos zum Durchbruch zu verhelfen. "Eine Prämie von rund 5000 Euro für einen begrenzten Zeitraum wäre eine realistische Größenordnung." Bislang hatte die Bundesregierung Kaufprämien, wie sie zum Beispiel in Frankreich gewährt werden, stets eine Absage erteilt. Immerhin soll laut einem Gesetzentwurf die Steuerbefreiung für Elektro-Pkw von fünf auf zehn Jahre verlängert und zugleich auf elektrische Klein- und Nutzfahrzeuge ausgedehnt werden.

Derweil will der Konzern mit seiner Billig-Marke Dacia die Volkswagen-Tochter Skoda stärker angreifen. Eine entsprechende Strategie verfolgt der neue operative Chef des Konzerns, Carlos Tavares, laut einem Bericht der Wirtschaftswoche (Ausgabe vom 23. Dezember). Experten halten die Allianz aus Renault und dem japanischen Hersteller Nissan, die durch eine Überkreuzbeteiligung verbunden sind, durchaus für ernstzunehmende Konkurrenten des Volkswagen-Konzerns. Laut einer von dem Magazin zitierten Prognose des Marktforschungsinstituts IHS Automotive könnte der französische-japanische Verbund, der von Carlos Ghosn geführt wird, den Wolfsburger Konzern ab dem Jahr 2015 im Massenmarkt überflügeln. (dpa-AFX) (ssu)