Elektrofahrzeug 2e soll auf den Markt kommen
Das von Google.org geförderte Startup Unternehmen Aptera hat mit der Vorproduktion begonnen und will im Oktober 2009 sein futuristisches Elektrofahrzeug 2e in Kalifornien auf den Markt bringen.
- Joachim AngermĂĽller
- Dr. Wolfgang Stieler
Das von Google.org geförderte Startup Unternehmen Aptera hat mit der Vorproduktion begonnen und will im Oktober 2009 sein futuristisches Elektrofahrzeug 2e in Kalifornien auf den Markt bringen. Das berichtet der Branchendienst venturebeat.com. Demnach hat Aptera mittlerweile 4000 Vorbestellungen für den 2e beisammen. Wann das Auto auch in den übrigen US-Staaten oder möglicherweise sogar in Europa zu kaufen sein wird, macht das Unternehmen von den mittelfristigen Verkäufen rund um die Firmenzentrale in Carlsbad/Kalifornien abhängig. Die sollen nämlich den Ausbau des Service- und Händlernetzes finanzieren.
Aptera bedeutet im Griechischen so viel wie flügelloser Flug. Und so erinnert die extrem aerodynamische Form des Dreirads auch mehr an ein Ultraleichtflugzeug ohne Flügel, als an ein Auto. Nicht nur die Komposit-Konstruktion mit aluminiumverstärkter Fahrgastzelle entstammt dem Flugzeugbau: Der Zweieinhalbsitzer wiegt inklusive des 10kWh-Akkus nur knappe 900 Kilogramm und bietet der Luft selbst bei seiner Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h kaum Widerstand. Neben günstigen Verbrauchswerten von gut einem Liter Bezin je 100 Kilometern in der Hybrid-Variante kommt die Leichtbauweise aber auch der Reichweite von rund 200 Kilometern zu gute. Das reicht selbst bei im Alter nachlassenden Akkus für 94 Prozent aller Fahrten auch eines deutschen Autofahrers. Denn der fährt im Allgemeinen nur drei Wochen im Jahr weiter als 150 Kilometer am Stück.
Nachladen kann der Apterafahrer sein Auto binnen acht Stunden an jeder Haushaltssteckdose. Was bei 500 bis 1200 Batterieladezyklen einer Gesamtreichweite des Fahrzeugs mit ein und dem selben Akku zwischen 75.000 und sehr theoretischen 200.000 Kilometern entspricht. Aber auch der Innenraum des E-Flitzers überzeugt mit einer über die Solarzellen auf dem Dach gespeisten Klimaanlage, zwei auch für große Menschen geräumigen Sitzplätzen und einem weiteren Notsitz, der allerdings eher für Kinder gedacht sein dürfte. Zusätzlich zu den beiden Außenspiegeln sorgen ein Monitor in der Mittelkonsole und eine Weitwinkelkamera für 180 Grad Rundsicht nach hinten. In den Kofferraum passen bis zu 15 große Einkaufstüten oder bei umgeklappten Beifahrersitzen auch ein Surfboard mit Ausrüstung oder die Golfschläger samt Caddy.
Wobei selbst die Anschaffung mit umgerechnet 21.000 Euro für das reine Elektromodell bis 23.000 Euro für die Hybridvariante auch für mittlere Einkommen erschwinglich sein dürfte. Denn in Punkto Verbrauch ist selbst die Hybridvariante mit 1,2 Litern im NEFZ-Fahrzyklus kaum von herkömmlichen Autos zu schlagen. Das reine Elektromodell braucht sogar noch weniger Energie – zumindest, wenn man nicht all zu oft die Beschleunigungswerte von 0-100km/h in weniger als zehn Sekunden voll ausnutzt.
Crashsicher soll das in Kalifornien auch als Motorrad zulassungsfähige Dreiradauto nach Angaben des Herstellers aber auch in physischer Hinsicht sein. Neben der mit Aluminiumprofilen verstärkten Fahrgastzelle sollen weitere Rammschutzprofile in den Türen und eine aus dem Rennsport stammende Verförmungszelle am Bug für die notwendige Sicherheit sorgen. Alle Simulationen am Computer seien bislang sehr positiv verlaufen, so ein Unternehmenssprecher. (Joachim Angermüller) / (wst)