Immer weiter
Was für das Auto mit Verbrennungsmotor der Normverbrauch ist für das Elektroauto die Reichweitenangabe: in der Realität ein Fabelwert und für E-Autos noch deutlich variabler. Einer der führenden Batterie-Experten Deutschlands verspricht nun eine deutliche Verbesserung
- Wolfgang Gomoll
München, 13. Juli 2015 – Was für das Auto mit Verbrennungsmotor der Normverbrauch ist für das Elektroauto die Reichweitenangabe – in der Realität ein Fabelwert und für E-Autos noch deutlich variabler. Dem Fahrer eines Batterieautos bleibt von dem im Zyklus ermittelten Radius vor allem im Winter nicht mehr viel übrig. Kein Wunder, dass hier die sogenannte Reichweitenangst aufkommt. Ein führender Batterie-Experte verspricht nun eine deutliche Verbesserung.
Tesla hat zumindest die Reichweite auf sehr hohe Werte hochgeschraubt, die deutschen Autobauer ziehen nach. Audi hat bei den Akkus des R8 e-tron die Energiedichte von 84 auf 152 Wattstunden pro Kilogramm und damit die Reichweite auf 450 Kilometer erhöht. Auf der IAA zeigt Audi eine seriennahe Studie eines Elektromobils mit rund 600 Kilometern Reichweite. Doch damit ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. „Ich halte eine Vergrößerung der Batterie-Leistung auf 250 Prozent des jetzigen Energieinhaltes bei Lithium-Ionen-Batterien bis etwa 2020 für sehr wahrscheinlich“, sagt Professor Martin Winter, einer der führenden Batterie-Experten Deutschlands und dürfte damit allen E-Mobilisten nun neuen Mut einflößen.
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Arbeitsteilung: Akkus, die Akkus nachladen
Der Professor am Institut für Physikalische Chemie der WWU Münster ist auch überzeugt davon, dass die Lithium-Ionen-Akkus die Autofahrer noch eine Weile begleiten werden. Ein Hauptgrund ist die Belastbarkeit der bewährten Batteriezellen. Aus diesem Umstand resultieren einige interessante Optionen für die Zukunft der E-Autos: Ein Range-Extender muss nicht zwingend ein Verbrennungsmotor oder eine Brennstoffzelle sein. Eine Hochenergie-Batterie könnte den Lithium-Ionen Akku genauso gut kontinuierlich mit Strom versorgen, während die stressvolle Arbeit, also das Beschleunigen und Rekuperieren die Lithium-Ionen-Akkus behalten. Für die Hochenergiespeicher kämen neue Batterie-Konzepte, wie Lithium-Schwefel oder Lithium-Luft in Frage. Bis diese Ideen einsatzbereit sind, werden aber noch mindestens zehn Jahre ins Land gehen.