Erste Fahreindrücke im Mercedes ML Hybrid

Um die strengen Abgasgesetze der USA zu erfüllen, hat Mercedes speziell für diesen Markt den ML 450 Hybrid entwickelt. Nun wird die Serienversion auf der New York International Auto Show 2009 präsentiert

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  • rhi
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New York (USA), 16. April 2009 – Als sich Daimler, BMW, GM und Chrysler 2005 in der „Global Hybrid Cooperation“ zusammenfanden, war das Ziel klar: Man wollte Toyota Paroli bieten, den japanischen Hybridpionier, der sich nicht hatte beirren lassen und so längst zum klaren Marktführer bei Hybridantrieben geworden war. Da hieß es Gas geben, um mit gemeinsamer Kraft einen Hybridantrieb zu entwickeln, der möglichst noch besser ist als Toyotas leistungsverzweigter Hybrid. Auf der New York International Auto Show (NYIAS) vom 10. bis zum 19. April 2009 zeigt Daimler nun den ML 450 Hybrid. Wir hatten nun auch die Gelegenheit, uns erste Fahreindrücke zu verschaffen.

Der ML 450 Hybrid kommt mit einem „Two-Mode-Hybrid“-Antrieb, der in seiner Komplexität derzeit kaum zu schlagen ist, doch dazu später. Die durchschnittliche Reichweite des ML 450 Hybrid beziffert Mercedes auf 22 Meilen per Gallone nach amerikanischer Verbrauchsnorm, umgerechnet auf den Verbrauch rund 10,7 Liter pro 100 Kilometer. In der Stadt werden 11,2 Liter Kraftstoff fällig. Im NEFZ würden die Werte übrigens geringer ausfallen, was nicht unbedingt für die Güte der europäischen Verbrauchsermittlung spricht. Mit der Einstufung als „Super Ultra Low Emission Vehicle“ (SULEV) erfüllt das Fahrzeug die zurzeit strengste US-Abgasnorm für Autos mit Verbrennungsmotor.

Erste Fahreindrücke im Mercedes ML Hybrid (22 Bilder)

Im Schnitt soll der ML 450 Hybrid mit 8,0 Liter Super auf 100 Kilometer auskommen.

Unter der optisch unveränderten ML-Hülle sind drei Motoren zugange: ein Sechszylinder-Benziner sowie zwei Elektromotoren. Der Ottomotor mit 3,5 Liter Hubraum leistet 279 PS, erzeugt ein maximales Drehmoment von 350 Nm und arbeitet nach dem Atkinson-Prinzip, bei dem die Expansionsphase länger als die Verdichtungsphase ist. Dabei wird das Einlassventil zwischen Ansaugen und Verdichten etwas länger offen gehalten, was laut Daimler den thermischen Wirkungsgrad erhöht und Kraftstoffverbrauch sowie Rohemissionen verringert. Das Verfahren führe zwar zu einem geringeren Drehmoment im unteren Drehzahlbereich, doch beim ML 450 Hybrid werde dieser Nachteil durch die Mithilfe der Elektromotoren „mehr als kompensiert“. Die E-Motoren leisten 62 und 60 kW und liefern 235 sowie 260 Nm Drehmoment. Die Systemleistung des ML 450 Hybrid gibt Mercedes mit 250 kW (340 PS) an, das maximale „System“-Drehmoment beträgt maximal 517 Nm.