Renault will weltweit fast 15.000 Stellen abbauen

Renault kränkelte schon länger. Die Covid-19-Krise erhöht nun den Druck, wettbewerbsfähig zu werden. Eine hohe Staatsbeteiligung macht die Sanierung politisch.

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Renault will weltweit fast 15.000 Stellen abbauen

1956 stellt Renaults „Etoile Filante” auf dem Bonneville International Speedway in Utah mit 308,85 km/h eine neue Bestmarke in seiner Klasse auf. Seine mit Kerosin betriebene Turbine mobilisiert 270 PS bei 28.000/min. Die Stromlinienkarosserie aus Kunststoff hat zur aerodynamischen Stabilisierung ein Leitwerk.

(Bild: Renault)

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Renault plant, wegen seiner finanziellen Schwierigkeiten weltweit fast 15.000 Stellen abzubauen, rund 4600 in Frankreich, außerhalb über 10.000. Der Hersteller kündigte am Freitag (29. Mai 2020) in Boulogne-Billancourt bei Paris ein Sparprogramm mit einem Umfang von über zwei Milliarden Euro an. Der Plan soll innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden.

Der 122 Jahre alten Hersteller mit bisher rund 180.000 Beschäftigten weltweit schrieb bereits im vergangenen Jahr rote Zahlen und leidet wegen der Corona-Pandemie unter einer Absatzkrise. Der Konzern braucht einen staatlich garantierten Kredit von fünf Milliarden Euro, der aber noch nicht gewährt wurde.

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Interimschefin Clotilde Delbos kündigte an, der Konzern setze auf Stärken wie das E-Auto. Die Produktionskapazität von bisher vier Millionen Autos im Jahr soll innerhalb von vier Jahren auf 3,3 Millionen Fahrzeuge sinken. In Frankreich sind in mehreren Werken größere Veränderungen geplant. Von Schließungen, über die in den vergangenen Wochen spekuliert worden war, sprach Renault explizit nicht. Der Hersteller ist nach eigenen Angaben im engen Kontakt mit den Sozialpartnern.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte sich zu Wochenbeginn bei der Vorstellung seines milliardenschweren Rettungsplans für die Autobranche persönlich in die Debatte um Renault eingeschaltet. Um grünes Licht für den Milliardenkredit zu bekommen, seien Zusagen von Renault für zwei Werke in Nordfrankreich nötig. Der Staat hat mit einem Anteil von 15 Prozent bei dem Traditionshersteller immer noch viel zu sagen.

Elektromobilität war bei Renault schon früh am Start, im Bild die Renault Zoe (Test).

(Bild: Schwarzer)

Laut Renault sollen die Fabriken Douai und Maubeuge im Norden des Landes nun zu einem Zentrum für Elektroautos und leichte Nutzfahrzeuge werden. In der großen Fabrik Flins im Pariser Großraum, die nach Medienangaben bisher rund 2400 Stammbeschäftigte hat, soll ein Recyclingzentrum entstehen.

Renault hatte bereits am Mittwoch gemeinsam mit den japanischen Partnern Nissan und Mitsubishi angekündigt, auf die Kostenbremse zu treten. Das Bündnis mit über zehn Millionen Autos im Jahr verabschiedete sich damit endgültig von der Ära des früheren Topmanagers Carlos Ghosn.

Ghosn hatte der Allianz mit harter Hand einen Expansionskurs und hohe Absatzzahlen verordnet. Er stürzte das Bündnis dann in eine schwere Krise – denn der Automanager wurde Ende 2018 wegen Vorwürfen in Japan festgenommen. Er flüchtete später in den Libanon.

Renault hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan – der japanische Hersteller schreibt inzwischen tiefrote Zahlen. Nissan hatte lange erheblich zu den Gewinnen von Renault beigetragen. Die französisch-japanische Allianz lag beim Absatz 2019 weltweit hinter den Branchenriesen VW und Toyota.

(fpi)