Osterloh: Volkswagen rückt neue IT-Abteilung in den Mittelpunkt

Volkswagen schafft eine Abteilung für hauseigene IT-Plattformen. Der Betriebsratsvorsitzende rechnet mit einem hohen Effizienzgewinn.

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Die Elektrifizierung ist eine gute Gelegenheit, eigene, übergreifende IT ins Fahrzeug zu bringen, nicht nur Volkswagen arbeitet daran.

(Bild: VW)

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Von
  • dpa

Das neu geschaffene Vorstandsressort für Software soll bei Volkswagen die Integration der Systeme in Autos und allen Plattformen im Konzern gleichermaßen beschleunigen. "Inhaltlich müssen zunächst die Industrie- und die Fahrzeug-IT zusammen vertreten sein", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh am 29. Dez. 2020 der Deutschen Presse-Agentur. "Es müssen IT-Plattformen über den gesamten Konzern aufgebaut werden – jenseits der Planungen für mehr eigene Anwendungen in den Autos."

Vorschläge zur Besetzung der leitenden Position gebe es bereits; Osterloh rechnet "fest mit einer Vorständin." In der größten Autogruppe der Welt liegt die Zuständigkeit auch für diesen Teil der übergreifenden Technologie-Entwicklung bisher bei Audi-Chef Markus Duesmann. Dieser hatte die Aufgabe zur Jahresmitte vom Manager Christian Senger übernommen, der im Konzern nun die Forschungen zum autonomen Fahren leitet.

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"Auch fern der Fahrzeuge sind mindestens größere dreistellige Millionenbeträge pro Jahr zu heben", bewertet Osterloh die Effizienzreserven, die in den bisher genutzten IT-Systemen steckten. Mehr Koordination sei bei Beschaffungs-Software, Finanzen, Produktion und Vertrieb erforderlich.

Volkswagen baut seit Mitte 2020 eine interne Software-Sparte auf. Vorstandschef Herbert Diess strebt eine "Car Software Company" an – die Wertschöpfung aus selbst programmierten Anwendungen soll zunehmen. Dabei dürfe man aber nicht die Optimierung etwa der klassischen Verwaltungssysteme vergessen, mahnte Osterloh: "Die IT im Unternehmen hat noch nicht den Stellenwert, den sie eigentlich haben müsste."

Eine Führungskraft "an höchster Stelle" sei nötig, um Verbesserungen anzuleiten. "Wie muss die IT in einem so großen Unternehmen in fünf Jahren aussehen? Welches Optimierungspotenzial gibt es noch zwischen den Marken im Konzern? Dafür brauchen wir jemanden mit eigener Zuständigkeit, das Thema ist einfach sehr wichtig."

(fpi)