Hamburg will Diesel- durch Brennstoffzellen-Busse ersetzen
Die Hamburger Hochbahn will sich vollständig von Nahverkehrsbussen mit Dieselmotor abwenden. Ab 2018 will das Unternehmen keine Dieselbusse mehr beschaffen, sondern 60 bis 70 Brennstoffzellenbusse pro Jahr
- ssu
Hamburg, 6. Januar 2010 – Die Hamburger Hochbahn will sich in einigen Jahren vollständig von Nahverkehrsbussen mit Dieselmotor abwenden. Ab 2018 werde das Hamburger Verkehrsunternehmen keine Dieselbusse mehr beschaffen, sondern 60 bis 70 Brennstoffzellenbusse pro Jahr, sagte Vorstandsvorsitzender Günter Elste laut dpa am Dreikönigstag in Hamburg. Damit wolle die Hamburger Hochbahn eine Vorreiterrolle einnehmen. Das Unternehmen gehe davon aus, dass Anfang der 2030er-Jahre Mineralöl und damit Diesel zu teuer sein wird, um damit Motoren im öffentlichen Nahverkehr anzutreiben. Bis dahin sollen alle Hamburger Busse mit Strom laufen.
Derzeit 750 Dieselbusse
Gegenwärtig hat die Hochbahn 750 Dieselbusse und sechs Brennstoffzellenbusse der ersten Generation im Hamburger Nahverkehr in Betrieb. Noch in diesem Jahr wird das Unternehmen die ersten von insgesamt zehn Bussen des neu entwickelten Typs Citaro FuelCell Hybrid von Daimler erhalten, die als erste in mehreren Städten weltweit in den Linienbetrieb gehen sollen.
Hamburg will Diesel- durch Brennstoffzellen-Busse ersetzen (3 Bilder)

Brennstoffzellenbus der 1. Generation vor dem Hamburger Rathaus (Bild: Hochbahn)
Verbrauch dank Hybridantrieb halbiert
Diese Fahrzeuge werden nach Einschätzung des Verkehrsbetriebs weniger als 10 kg Wasserstoff auf 100 Kilometer verbrauchen; bei der ersten Generation sind es hingegen rund 22 kg. Den erheblichen Verbrauchsunterschied erklärte Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum gegenüber heise Autos damit, dass es sich bei den derzeit eingesetzten Bussen nicht um Hybridfahrzeuge handelt, beim Bremsen können diese Busse daher keinen Strom erzeugen.
Hingegen nutzt der Citaro FuelCell Hybrid seine Radnaben-Elektromotoren beim Verzögern als Generator und wandelt dabei kinetische in elektrische Energie um (Rekuperation). Der Strom wird in eine Lithium-Ionen-Batterie von US-Hersteller A123 eingespeist. Deren Kapazität von 26 kWh genügt laut Daimler für eine rein elektrische Fahrstrecke von zwei bis fünf Kilometern.