Conti bereitet Großserienfertigung von E-Motoren vor

Ab 2011 entstehen im Werk Gifhorn Synchronmotoren mit 60 und 75 kW für ein europäisches Elektroauto. Darüber hinaus entwickelt Conti unterschiedliche E-Motoren im Leistungsspektrum von 5 bis 120 kW

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Von
  • Gernot Goppelt
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Hannover/Nürnberg, 30. April 2010 – Kurz vor dem Berliner Elektro-Gipfel meldet sich der Continental "startklar" für die Elektromobilität. Ab 2011 wird der Zulieferer den ersten kompletten elektrischen Antriebs­strang für das Serienfahrzeug eines europäischen Autoherstellers liefern. Die jährliche Produktionskapazität am Produktionsstandort ist zunächst für bis zu 60.000 E-Motoren ausgelegt. Wie in der Branche üblich verrät der Zulieferer den Kunden noch nicht, naheliegend erscheint vielen Beobachtern Renault. Der französische Autobauer hat jüngst die Serienmodelle Fluence Z.E. und Kangoo Rapid Z.E angekündigt, die beide ab 2011 gefertigt werden. Beim Fluence ist von einem Elektromotor die Rede, der 70 kW leistet und 160 Kilogramm wiegt, die Werte für Contis E-Motor lesen sich allerdings anders.

Die Elektromotoren aus Gifhorn werden nach Unternehmensangaben mit einer Leistung von 60 und 75 kW ausgeliefert. Der Synchronmotor wiegt etwa 65 Kilogramm und ist damit laut Conti deutlich leichter als ein leistungsähnlicher Verbrennungsmotor. Je nach Bauart wiege ein solcher zwischen 80 (1,2 Liter) und 150 Kilogramm (2,0 Liter). Doch entscheidend ist letztlich natürlich das Gewicht des gesamten Antriebs, das sich aus diesen Zahlen nicht erschließt. Außer den beiden Motoren, die 2001 in Serie gehen, sind bei Continental diverse Elektromotoren im Leistungsspektrum von 5 bis 120 kW in Entwicklung, zum Teil auch für Hybridfahrzeuge – für Pkw und Nfz.

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Contis erster Großserien-E-Motor soll ab 2011 in bis zu 60.000 Exemplaren produziert werden.

Nach Angaben des Zulieferers werden derzeit in Elektro- und Hybridfahrzeugen überwiegend Dreiphasen-Drehstrommotoren unterschiedlicher Bauart eingesetzt. Der Grundaufbau sieht meist so aus: Außen befindet sich die Statorwicklung, deren Aufgabe es ist, mit dem durch sie hindurch fließenden Strom ein magnetisches Drehfeld zu erzeugen. Im Inneren befindet sich der Rotor. Bei permanent erregten Elektromotoren (Permanent Magnet Synchronous Machine, PSM) trägt der Rotor Magnete, bei fremderregten E-Motoren (Synchronous Machine, SM) gibt es auch hier eine Erregerwicklung, die erst durch den fließenden Strom magnetisiert wird.