Autoindustrie: Absatz von BMW und Daimler trotzt dem Trend
Gegen den Trend steigerten BMW und Daimler auf den ersten Blick überraschend den Absatz im dritten Quartal. Ihnen hilft die Erholung nach der Pandemie in China.
(Bild: BMW)
- Florian Pillau
- mit Material der dpa
Vor allem der kräftige Absatz in China hat BMW und Daimler einen Zuwachs im dritten Quartal gesichert, wie BMW heute (7. Oktober 2020) und Daimler (gestern) mitteilten. Nach den Zahlen aus dem deutschen Statistikamt in Wiesbaden (Destatis) läuft diese Entwicklung gegen den Trend bei der Automobilindustrie: Deren Produktion sei nach einem Anstieg im Juli um 8,9 Prozent im Folgemonat um 12,5 Prozent zurückgegangen und habe damit zu stagnierenden August-Ergebnissen der gesamten deutschen Industrie geführt, erklärte Destatis heute.
BMW und Mini über Vorjahresquartal
Nachdem BMW im zweiten Quartal 2020 infolge der Covid-19-Pandemie noch ein Viertel weniger Autos verkauft hat, lag der Absatz mit 675.680 Autos der Marken BMW und Mini nun um 8,6 Prozent über dem Vorjahresquartal. Im laufenden Jahr liegt BMW allerdings immer noch um 12,5 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2019 zurück.
Das lag vor allem am Zuwachs in China, wo der Verkauf um 31,1 Prozent auf 230.612 Autos anstieg. Doch auch in Europa schnitt BMW mit einem Plus von 7,1 Prozent auf 275.618 Autos gut ab. In den USA läuft es dagegen schlecht: 78.634 Autos bedeuten ein Minus von 15,7 Prozent. Hier wirken sich offenbar die Folgen der dort weiterhin kaum gebremsten Pandemie aus.
46,6 Prozent mehr Elektro- und Plug-In-Hybrid-Autos
Sowohl die Kernmarke BMW als auch die Marke Mini legten weltweit zu – BMW mit 9,8 Prozent auf 585.336 Autos allerdings stärker. Besonders kräftig wuchs mit einem Plus von 46,6 Prozent das Geschäft mit Elektroautos und Plug-in-Hybrid-Modellen. Mit 54.719 Fahrzeugen ist deren Anteil am Gesamtgeschäft aber weiterhin gering.
Daimler konnte laut seinen am Dienstag (6. Okt. 2020) veröffentlichten Zahlen im dritten Quartal ebenfalls dank eines kräftigen Absatzes in China den Absatz des Vorjahreszeitraums übertreffen. Seine Marke Mercedes-Benz verkaufte um 3,9 Prozent mehr Autos – insgesamt 613.770 Stück. Wie Destatis mitteilte, konnte die deutsche Industrie im August ihre Erholung von den Folgen der Covid-19-Pandemie nicht weiterführen, die Produktion sank im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent. Analysten hatten einen Zuwachs um 1,5 Prozent erwartet.
Insgesamt ein Rückgang in der Autoproduktion
Damit hat sich der Trend seit Juli fortgesetzt: Bereits im Vormonat hatte sich die Erholung mit einem Anstieg um nur noch revidierte 1,4 (zuvor 1,2) Prozent deutlich abgekühlt, nachdem die Gesamtproduktion im Mai noch 9,3 Prozent gestiegen war.
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Als Grund nannten die Statistiker den Rückgang in der Autoproduktion: Nach einem Anstieg um 8,9 Prozent im Juli sei sie im Monat darauf um 12,5 Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Produktion im August um 9,6 Prozent niedriger.
(fpi)