Der letzte Fahrtwind-Vierer: Honda CB 1100 EX / RS

Inhaltsverzeichnis

Der Rahmen und die Lenkgeometrie blieben erhalten. Allerdings sparte Honda nach eigenen Angaben bei der neuen 1100er fünf Kilogramm an Gewicht ein – verriet jedoch nicht wo – und kommt nun auf vollgetankt 255 Kilogramm. Immer noch kein Leichtgewicht, aber wer auf sportliche Talente Wert legt, sitzt bei der CB 1100 EX ohnehin auf dem falschen Motorrad. Sie ist der richtige Untersatz für den gediegenen Sonntagsausritt auf gewundenen Landstraßen, ohne Stress, einfach das bullige Drehmoment genießen.

Endlich ist die Customizing-Welle offensichtlich auch in der Honda-Chefetage angekommen, vor allem seit der Erz-Konkurrent Yamaha offiziell zum Tunen und Umbauen seiner Motorräder aufruft. So stellt Honda der CB 1100 EX eine aufgepeppte Version namens CB 1100 RS zur Seite. Sie soll sportlicher wirken und glänzt auf den ersten Blick mit gold eloxierten Tauchrohren an der Showa-Telegabel. An den Federbeinen mit Ausgleichsbehältern sind die Federn gelb gefärbt als Signalwirkung: Achtung, wir können jetzt mehr! Das Fahrverhalten dürfte sich wirklich ändern, denn statt 18-Zoll-Drahtspeichenfelgen, rollt die RS auf 17-Zoll-Gussfelgen mit breiteren Reifen: 120/70-17 vorne und 180/55-17 hinten. Auch die Lenkgeometrie wurde geändert, die Telegabel steht jetzt mit 64 statt 63 etwas steiler, der Nachlauf wurde von 114 auf 99 mm deutlich verkürzt und der Radstand sank von 1490 auf 1485 mm. Das soll laut Honda zu einem besseren Einlenkverhalten führen.

Das Gewicht sank, vor allem dank der Gussfelgen, um immerhin drei Kilogramm auf 252. Die Sitzhöhe hingegen wuchs minimal um fünf Millimeter auf 795. Ganz neu ist die Aluminium-Schwinge der RS. Die beiden Tokico-Vierkolbenbremsen am Vorderrad sind radial verschraubt und der Durchmesser der vorderen Bremsscheiben wuchs auf 310 mm. Der Scheinwerfer und die Blinker werden von LEDs illuminiert. An der RS behielt Honda interessanterweise den matten Kunststoff der Vorgängerin am Scheinwerfer und den Instrumenten bei. Der Zylinderblock ist abgesehen von den Ventildeckeln ganz schwarz, was leider die Kühlrippen nicht mehr so zur Geltung kommen lässt. Dabei sind sie der offensichtliche Beweis dafür, dass die CB 1100 den letzten luftgekühlten Reihenvierzylinder trägt.

Preise hat Honda noch nicht bekanntgegeben. Das Vorgängermodell CB 1100 EX lag bei 12.450 Euro inklusive Nebenkosten, vermutlich wird die Nachfolgerin auch in der Gegend angesiedelt. Für die CB 1100 RS wird wohl ein Aufschlag fällig werden, wegen der teureren Komponenten. Egal, wieviel die CB 1100 kosten wird, sie hält die Tradition der luftgekühlten Reihenvierzylinder aufrecht und wird auch die Euro4-Ära überstehen. Allein dafür sollten wir sagen: Danke, Honda!