Durchgeknallt: Renault 4 soll 280 km/h schaffen
Dieses Jahr wird der legendäre Renault 4 (R4) 50 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums wollen vier Verrückte aus Frankreich einen R4 von 1983 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h bringen
- Gregor Hebermehl
Wendover (USA), 20. Juni 2011 – Der erste Renault aus der 1960er war mit Mühe 110 km/h schnell, gefühlt vielleicht einige mehr, wenn man sich hinter das Lenkrad duckte. Im Vergleich dazu mutet es ziemlich verrückt an, was vier spleenige Franzosen vorhaben. Mit etwas Unterstützung des französischen Autoherstellers wollen sie einen R4 von 1983 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h bringen. Der Rekordversuch soll im US-Bundesstaat Utah stattfinden – auf dem Bonneville Salzsee.
Umgebauter Kastenwagen mit 290 PS
Die vier französischen R4-Freunde nennen sich "Triplettes de Bonneville". Angeblich soll dies an die drei Musketiere und ihren Kumpel d`Artagnan erinnern. Allerdings passt der französische Trickfilm "Das große Rennen von Belleville" (original: Les Triplettes de Belleville) von 2003 irgendwie besser. Was auf jeden Fall stimmt, ist die Leistung, mit welcher der Kastenwagen vom Typ R4 F6 unterwegs ist: 290 PS sollen den robusten Franzosen über das Salz jagen. Der Motor kommt von einem Renault 5 Turbo. Dieser Wagen nahm 1983 an den französischen Tourenwagen-Meisterschaften teil. Und noch andere Modelle wurden von den Enthusiasten geplündert: So entspricht das Getriebe in seinen Grundzügen dem des Renault 21 Turbo und des Renault 25 GTX. Die Bremsen für die Vorderachse spendiert ein Renault 25, an der Hinterachse kommt eine Verzögerungsapparatur aus dem Clio 2 zum Einsatz.
Durchgeknallt: Renault 4 soll 280 km/h schaffen (15 Bilder)

Die Endrohre treten beim Bonneville-Renault-4 aus den vorderen Kotflügeln. Der Wagen hat 290 PS und basiert auf einem R4 F6.
Wie man im zweiten Bild sieht, bekommt der getunte R4 einen hochstabilen Rahmen, um seiner neuen Aufgabe einigermaßen gewachsen zu sein. Im Prinzip unterscheidet er sich dabei nicht einmal so sehr vom Original: Auch das Serienfahrzeug war nicht in der heute üblichen Schalenbauweise gebaut – tragende und stabilisierende Funktion hatte der Rahmen. Das hat immerhin den Vorteil, dass die äußeren Blechteile weiterverwendet werden können, weil sie nicht mit tragenden Strukturen verschweißt sind.