Fahrbericht: Mercedes ML 250 BlueTec 4Matic

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Natürlich werden typische 250er-Kunden die Kiste nicht ständig auf 200 Sachen treiben – wir kennen viele Autofahrer, denen es reicht, mit 160 km/h dahin zu gleiten. Dafür taugt der M 250 BlueTec ganz gut. Sprit sparend ist neben der Maschine noch eine serienmäßige Start-Stopp-Funktion. Dazu kommt ein sehr guter Luftwiderstandsbeiwert von cW = 0,32. Verbrauchssenkend seien auch das neue siebenstufige Automatikgetriebe 7G-Tronic Plus (immer serienmäßig), die Achsengetriebe, die rollwiderstandsreduzierten Reifen, der optimierte Riementrieb, die bedarfsgerechte Steuerung aller Nebenaggregate und Pumpen sowie die Elektrolenkung, erklärt man uns.

Ach ja, die Lenkung. Erstmal mühen wir uns mit einem der dicksten Lederlenkräder überhaupt ab, da kommen schlanke Hände kaum rum. Und dann haben die von Mercedes doch tatsächlich links die Hebel vertauscht: Bisher war der Blinker immer unten (für die lässigen Arm-in-die-Seitenauflage-Leger) und der Tempomat-Hebel oben, jetzt sind die andersrum. Unglaublich! Aber eigentlich besser und so wie wir es von anderen Marken gewohnt sind. Die Lenkung selbst ist nun elektrisch, dabei im 250 BlueTec zu feinfühlig. Während das Lenkrad früher nach der Kurve gar nicht von alleine zurückkommen wollte, sind die Rückstellkräfte jetzt zu hoch, so dass man in Kurven doch mit einiger Kraft am Lenkrad zupfen muss. Der Mittelweg zwischen alt und neu wäre hier wohl besser.

Dafür entschädigt das Raumangebot. Die stets elektrischen Sitze sind bequem und bieten ordentlichen Seitenhalt. Leder und Holz sind in sehr schicken Kombinationen verarbeitet. Uns stört aber der übermäßige Gebrauch von alufarbenem, glänzendem Zierrat – überall finden sich die fast schon blendenden Dekore: im Lenkrad, um die Tachoanzeigen, in der Mittelkonsole; zu viel des Guten, wie wir meinen, zudem es die Lesbarkeit der Instrumente erschwert. Neu sind die Lehnenneigungsverstellung der Fondsitze und die Durchlademöglichkeit über die Armauflage für den Transport von Skiern. Werden beide Lehnen und zusätzlich die Sitzflächen nach vorne geklappt, entsteht ein ebener Laderaum mit einem Ladevolumen von 2010 Litern bis zum Dachhimmel – Bestwert in diesem Segment. Im Normalfall gehen 690 Liter hinten rein.