Ford Focus RS: Unterwegs im Fronttriebler mit 305 PS
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Sportwagen-Sound ohne Aufpreis
Untermalt wird die Gasstoß-Orgie vom Sound der klanglich nahezu perfekten Auspuffanlage. Beim Tritt auf das rechte Pedal geben die beiden Endrohre ein brummendes und zunehmend kreischendes Geräusch von sich. Beim Zurücknehmen des Gases erklingt zunächst das typische Luftablassgeräusch des Turboladers und dann ein tiefes, die Nackenhaare aufstellendes Bollern. Bei Porsche zahlt man für solch einen Sportauspuff-Sound einen gehörigen Aufpreis, Ford spendiert dem Focus RS das Klangerlebnis serienmäßig.
Keine Antriebseinflüsse bei der Lenkung
Wider aller Erwartungen macht sich die Kombination von 305 PS und Frontantrieb nicht negativ bemerkbar. Im Gegenteil, die ursprünglich für die Rallyevariante Ford Focus WRC entwickelte Revo-Vorderachse reduziert den so genannten "torque steer", also die Antriebseinflüsse auf die Lenkung, auf ein Minimum. Die Besonderheit der neuen Achskonstruktion ist, dass sich der sonst aus einem Teil bestehende Achsschenkel in zwei Teile aufteilt: Eines fixiert das Federbein und den unteren Querlenker, das andere rotiert um die Lenkachse des Autos. So konnten die Ingenieure den kritischen Abstand zwischen Radmittelpunkt und der Lenkachse um mehr als die Hälfte minimieren. In der Praxis ist nur in den seltensten Fällen zu spüren, dass man in einem Fronttriebler sitzt. Der RS zirkelt wie auf Schienen um die Kurve und erinnert nicht im geringsten an die durchgehend schwächeren Artverwandten, deren Vorderachskonstruktion eine starke Hand am Lenkrad erfordern. Lediglich beim maximalen Herausbeschleunigen aus engen Kurven geraten die Vorderräder ein wenig außer Kontrolle und suchen kurzzeitig nach Grip, was der Fahrzeugfront ein leichtes Schlingern beschert. Eine geübte Hand am Volant weiß dies mit einem festen Griff jedoch ohne Probleme zu verhindern. Vom Untersteuern ist der Focus RS aber weit entfernt.