Land Rover Defender fährt ins Modelljahr 2012

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Wir erwischen einen 110er, und zwar eine Crew-Cab-Variante, bei der sich hinter der fünfsitzigen Passagierkabine eine Ladefläche mit Leinwand-Verdeck befindet. Neulingen fällt auf, dass man im Defender sehr weit außen sitzt. Der Grund: Das Auto wurde kurz nach Kriegsende als "Land Rover", also als Gefährt für die Landwirtschaft, konzipiert. Dank dieser Sitzposition konnten die Farmer leicht vom Fahrersitz aus die Bodenbeschaffenheit prüfen.

Wir fahren zunächst über Wiesen, in die die Fahrzeuge vor uns tiefe Schlammrinnen gezogen haben. So tief sind sie, dass man hier schon einmal die große Bodenfreiheit des Autos sehen kann. Trotz 31 Zentimeter Bodenfreiheit sind zwischen den Radspuren Schleifspuren zu sehen. Das riesige Lenkrad ist unter diesen Bedingungen nur von begrenztem Nutzen: Eigentlich fährt das Auto ja von selbst den Rinnen nach und führt das Lenkrad nach. Der Antrieb hat mit dem schlammigen Untergrund nicht die geringsten Probleme. Dabei haben wir noch nicht mal die Geländeuntersetzung eingeschaltet.

Im Defender gab und gibt es nur einen einzigen Motor. Bisher war das ein 2,4 Liter großer Diesel mit 122 PS, der aus dem Ford Transit stammte – obwohl Land Rover das nicht gerne sagt. Man spricht lieber vom Puma-Motor, der firmeninterne Codename klingt deutlich dynamischer. Mit der alten Maschine erfüllte der Defender nur die Euro-4-Abgasnorm. Nun kommt der überarbeitete Motor mit weniger Hubraum aber gleicher Leistung zum Einsatz, und er hält dank des neu hinzugekommenen Partikelfilters die Euro-5-Norm ein. Allerdings die Euro-5-Norm für Lkw, nicht die schärfere für Pkw. Auch das sagt Land Rover natürlich nicht gerne, aber dies ist der Grund, warum der Defender nun als Nutzfahrzeug eingestuft wird.