Luxus-beladen: A4 Avant 2.0 TDI mit 170 PS im Test

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Das Lenkrad des Ingolstädter Kombis fasst sich nicht nur gut an, es vermittelt auch ein sensationell gutes Lenkgefühl. Die neue Dynamiklenkung reiste vom Weltall zurück auf die Erde: Das Mondauto „Lunar Rover“, das Mars-Expeditionsfahrzeug „Sojourner“ und das Hubble-Weltraumteleskop hatten beziehungsweise haben diese Technik an Bord – und nun auch der Audi A4 Avant. Das System: Ein spielfreies Überlagerungsgetriebe passt die Lenkübersetzung je nach gefahrener Geschwindigkeit an. Und wir merken ab der ersten Kurve: Audi hat nicht gelogen. Jede kleine Bewegung am Lenkrad zieht eine Richtungsänderung des Fahrzeugs nach sich. Straff und direkt ziehen wir den Wagen durch die gebogene Hügellandschaft – hier haben wir es mit einer der besten Lenkungen am Fahrzeugmarkt zu tun. Für Motorisierungen ab 160 PS ist die Dynamiklenkung lieferbar (1300 Euro).

Wer sich für eine Dynamiklenkung entscheidet, bekommt auch das sogenannte Drive Select. Bei diesem System können wir per Knopfdruck zwischen den Einstellungen „comfort“, „auto“ und „dynamic“ wählen. Wer sich auch noch das Bediensystem MMI kauft, darf sich im dann zusätzlich zur Verfügung stehenden Punkt „individual“ austoben. Die Einstellungen beeinflussen eine ganze Reihe von Parametern. So werden die Gasannahme, die Servolenkung und die Schaltpunkte des Getriebes festgelegt. Es funktioniert: Nach Wahl der Komfort-Einstellung ist die Lenkung sehr leichtgängig, der ganze Wagen zeigt den Charakter eines gemütlichen Cruisers. Die Auto-Funktion übt sich als Allrounder, während es bei „dynamic“ richtig knackt. Die Lenkung macht sich deutlich straffer an die Arbeit und die Gänge werden höher ausgedreht. Wer gerne in dieser Einstellung durch die Berge hetzt, wird sich auf ein bisschen Erholung im entspannten Komfort-Modus freuen.

Ist der A4 Avant mit dem 2,0-Liter-Diesel mit 170 PS ohne Drive Select unterwegs, kommt das Fahrwerk mit einem Schuss Weichheit daher. Dies hilft bei Querfugen und Geschwindigkeits-Bumpern, ist aber in der Kurve trotzdem kein Nachteil. Natürlich kippt der Wagen in der scharfen Biege ein wenig, aber dies geschieht sanft und sicher. Beim 2,7-Liter-Diesel mit 190 PS und ebenso beim 3,0-Liter-Diesel mit 240 PS ist das Fahrwerk grundsätzlich straffer ausgelegt, was der Kurvenfahrt mehr Dynamik verleiht, aber halt die ein oder andere Querfuge deutlicher spürbar macht. Die Bremsen hinterlassen bei allen drei Motorisierungen gleichermaßen einen ausgesprochen souveränen Eindruck.