Motorrad-Vorstellung BMW M 1000 R: M wie Muskeln

Seite 2: 280 km/h Topspeed

Inhaltsverzeichnis

Trotz der kurzen Übersetzung verspricht der Hersteller eine Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h. Um die Vorteile der M-Version herauszustellen, hat BMW akribisch die Beschleunigungswerte im Vergleich zur S 1000 R aufgelistet. Von null auf 100 km/h herrscht mit 3,2 Sekunden noch Gleichstand, die 200 km/h-Marke erreicht die M 1000 R aber schon nach 7,5 Sekunden und damit 0,5 Sekunden schneller als die S-Version. Im sechsten Gang zieht die M von 60 auf 100 km/h in 2,9 Sekunden, statt 3,3 Sekunden durch, von 100 auf 150 km/h dauert es 2,5 Sekunden (S 1000 R: 3,3) und von 140 auf 180 km/h in 2,8 Sekunden (S 1000 R: 4,0).

Um die brutale Power auch optimal nutzen zu können, erhielt die M 1000 R Winglets. Über die Ästhetik der seitlichen Spoiler lässt sich streiten, aber sie reduzieren den Auftrieb des Bikes bei hohen Geschwindigkeiten deutlich. BMW gibt den Verbrauch der M 1000 R nach WMTC mit 6,4 Liter auf 100 km. Das heißt, die theoretische Reichweite des 16,5-Liter-Tanks der M 1000 R liegt bei 258 km. Aber abwarten, in unserem Test konsumierte die S 1000 R nur 5,3 Liter, obwohl BMW für sie 6,2 Liter angibt.

210 PS Leistung erfordert eine umfassende elektronische Steuerung und so verfügt die M 1000 R über die Modi Rain, Road, Dynamic, Race, Race Pro 1, Race Pro 2 und Race Pro 3. Zudem hält eine Schlupfregelung (DTC) mit einem Sechs-Achsen-Sensor die M 1000 R im Zaum, mit vier festen Settings und drei frei konfigurierbaren. Die Wheelie-Neigung lässt sich genauso einstellen wie das Ansprechen des Gasgriffs und die Motorbremswirkung. Dass die M 1000 R über einen Quickshifter für Hoch- und Runterschalten verfügt, ist keine Überraschung, aber dass sich für die Rennstrecke das Schaltschema umdrehen lässt (erster Gang oben) hingegen schon.

BMW M 1000 R (8 Bilder)

Die BMW M 1000 R unterscheidet sich optisch kaum von der S 1000 R. BMW bietet sie in Lightwhite uni ...

Ein semi-aktives Fahrwerk wird in einem derart starken Motorrad fast schon erwartet. Vorn arbeitet eine Marzocchi-Upside-down-Gabel mit 120 mm Federweg, hinten sind das Federbein auf 117 mm. Entsprechend den gewählten Fahrmodi dämpft die M 1000 R mehr oder weniger straff. Ihre Bremse wurde aus den Stoppern des Werks-Superbikes entwickelt und versieht so bereits ihren Dienst in der M 1000 RR. Zwei 320 mm große Bremsscheiben und blau anodisierte, radiale Bremszangen verzögern heftig. Leichte Schmiederäder aus Aluminium sollen dem Naked Bike ein agiles Handling verleihen.

Der Fahrer kann auf dem 6,5 Zoll großen TFT-Display vier verschiedenen Bildschirmdarstellungen wählen: Pure Ride als Standard mit vielen Infos oder eine der drei Core Screens, die sich auf bestimmte Bereiche konzentrieren. BMW gibt für die M 1000 R ein Leergewicht von 199 kg an, das entspricht exakt dem der S 1000 R, obwohl die M GmbH dem Naked Bike eine leichte Batterie von 1288 Gramm spendiert. Trotz des Leichtbaugedankens verzichtet die M 1000 R serienmäßig nicht auf einen USB-Ladeanschluss, Heizgriffe und Tempomat. BMW bietet die M 1000 R wahlweise in Lightwhite uni oder Blackstorm metallic an, beide Lackierungen zeigen die prägnanten Streifen in rot/dunkelblau/hellblau der M GmbH.

Den Power-Zuschlag lässt sich die M GmbH mit 7060 Euro vergüten, die M 1000 R gibt es ab 22.600 Euro. Da klingt die 45 PS schwächere S 1000 R mit 15.540 Euro fast schon nach Sonderangebot. Die hat freilich aber auch eine geringere Serienausstattung.

Gegen 5500 Euro Aufpreis bietet BMW ein M-Competition-Paket an, das unter anderem etliche Abdeckungen aus Kohlefaserlaminat, die sündhaft teuren und 1,7 kg leichteren Räder aus Kohlefaserlaminat sowie Frästeile (Fußrasten samt Halterungen, Soziusfußrasten, einstellbare Handhebel) enthält. Ob die M 1000 R wirklich soviel besser ist als die S 1000 R, muss ein erster Test klären. Für die bayerische Seele dürfte wichtig sein, dass BMW jetzt im Reigen der extrem starken Naked Bikes ganz vorne mitspielt.