Sport für Sparsame: Unterwegs im Renault Twingo RS

Auch wenn er nicht so heißen darf: Der Twingo RS ist so etwas wie der legitime Nachfolger des legendären R5 Alpine – wieviel Sport kann man für unter 15.000 Euro erwarten?

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Von
  • sg
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Baião (Portugal), 4. September 2008 – Das Prinzip „kleines Auto plus großer Motor ist gleich maximaler Fahrspaß“ beherrschen die Franzosen seit Jahrzehnten aus dem Effeff: Bereits in den 50er-und 60er-Jahren stellte Haustuner Gordini heiße Versionen der Kleinwagenlegenden Dauphine und R8 auf die schmalen Reifen. Einen Heiden-Spaß machten auch der GTI-Schreck (R5 Alpine, 93 PS) oder erst recht sein breitbeiniger Bruder Turbo 2 mit 160 PS, der angesichts eines Einstiegspreises von 42.000 DM freilich ein Exot blieb.

Angesichts dieser rennbenzinschwangeren Historie verwundert es, dass der ehemalige Staatskonzern bis zum Jahr 2008 brauchte, um sich erneut an die Nische der sportlichen Kleinstwagen heranzumachen. Und die ist derzeit eh dünn besetzt: Neben dem in die Jahre gekommenen Citroën C2 VTS scharrt im so genannten „A-Segment“ nur noch der italienische Heißsporn 500 Abarth mit den Hufen. Genau diese beiden Modelle hat sich Renault Sport denn auch als Messlatte für den heißesten Twingo aller Zeiten herausgesucht. Mit seinen 133 PS befindet sich der Kleine mit den großen Glubschaugen in bester Gesellschaft: Der C2 bietet 122, der fixe 500 gar 135 PS auf.

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Kurvenkünstler: Wenn`s ums Eck geht, blüht der Twingo RS auf.

Seinen 3300 Euro schweren Preisvorteil gegenüber dem Abarth merkt man dem Renault zunächst nicht an: Der 3,60 Meter lange Kleinwagen rollt serienmäßig auf 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, an unserem Testwagen sind die optionalen 17-Zöller montiert. Zusammen mit dem Cup-Fahrwerk kosten die dunklen Räder schlappe 600 Euro extra und werten das Exterieur deutlich auf. Auch andernorts ist die Karosserie mit den in dieser Leistungsklasse üblichen Gimmicks verfeinert: Ein großer Lufteinlass an der Front, dicke Radhausverbreiterungen und fette Schweller an der Seite sowie ein silbern lackierter Dachflügel und ein verchromtes Endrohr unterm Knackarsch weisen den Kleinen eindeutig als PS-Doping-Sünder aus. Das serienmäßige Sportfahrwerk legt den Aufbau zehn Millimeter tiefer als beim Twingo GT, die Cup-Option holt den Wagen um weitere vier Millimeter näher an den Asphalt heran.