Sport fĂĽr Sparsame: Unterwegs im Renault Twingo RS

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Die Tür geöffnet und die Renault-Sport-Einstiegsleiste bewundert – schon geht's ab auf den Fahrersitz. Recaro-Schalen wie im Clio F1 oder Mégane RS erwartet im Twingo sicherlich niemand. Stattdessen gibt's Renault-eigene Sportsitze mit dunklem Stoffbezug. Auch wenn die Polster etwas weich erscheinen: Über mangelnden Seitenhalt kann man sich in den Sportsesseln nicht beklagen. Schon eher sorgen die kurze Oberschenkelauflage und die erhöhte Sitzposition für Unbehagen. Damit allerdings endet die Kritik am Gestühl noch nicht völlig, denn trotz höhenverstellbarem Sessel und Lenkrad fällt es sehr schwer, eine sportliche Position einzunehmen. Das liegt zum einen an der Abwesenheit einer axialen Verstellung für die Lenksäule und zum anderen am flachen Einbauwinkel des Sport-Volants selbst. Der obere Teil des Lederlenkrads neigt sich zu sehr in Richtung Windschutzscheibe, weshalb ab einem gewissen Einschlag der Fahrerellenbogen durchgestreckt werden muss. Wer diesen Konflikt löst, indem er den Sitz weiter nach vorne schiebt, hockt hinterm Steuer wie der sprichwörtliche Affe auf dem Schleifstein und kann die schicke Alu-Pedalerie nicht mehr vernünftig bedienen.

Ansonsten fällt das Interieur eher durch Unauffälligkeit auf. Gerade im Vergleich zum aufgedonnerten 500 Abarth gibt sich der Twingo „Renault Sport“ (nichts anderes heißt die Abkürzung RS) eher zurückhaltend. Hinterm Lenkrad ragt, ähnlich wie im Mini, ein einzelner Drehzahlmesser mit integrierter Schaltanzeige empor. Die restlichen Instrumente sitzen in der Mitte des Armaturenbretts. Das Sportlenkrad ist mit Leder überzogen und liegt griffig in der Hand, der aufpreispflichtige Aluknauf des Schalthebels peppt den Twingo-Innenraum zusätzlich auf.

Die am Armaturenträger verarbeiteten Kunststoffe wirken optisch zwar recht hochwertig. Die Anfassprobe hingegen meistern die harten Plastikteile nicht so souverän. Souveräner gibt sich der RS beim Thema Ausstattung: Das komplett abschaltbare ESP, vier Airbags, ein CD-Radio, der Tempomat sowie elektrische Außenspiegel und Fensterheber – alles serienmäßig mit an Bord. Selbst wer alle Extras aus der kurzen Aufpreisliste ordert, schafft es nicht, den Franzosen auf den Grundpreis des 500 Abarth zu pushen.