Sport für Sparsame: Unterwegs im Renault Twingo RS
Seite 3: Sport für Sparsame: Unterwegs im Renault Twingo RS
Ein Chassis
Bei der Ausfahrt über die extrem kurvigen Bergstraßen rund um die portugiesische Stadt Baião sammelt der Twingo weitere Pluspunkte. Die Fahrwerksabstimmung ist rundum gelungen, allerdings konnten wir keinen riesigen Unterschied zwischen der Sport- und der Cup-Variante feststellen. Beide kommen mit verbreiterter Spur und strafferer Abstimmung daher. Und beide zeichnen sich durch messerscharfes Handling, zackiges Einlenken. neutrales Verhalten in der Kurve und Tonnen von Grip aus. Schon die Sport-Version ist deutlich härter als die Serie, die Cup-Version ist noch eine Idee straffer. Trotzdem gibt's hier wie da genug Komfort, um im Alltag nicht zu nerven. Auch die Lenkung fügt sich – im Unterschied zu früheren Renault-Sport-Modellen – stimmig ins Gesamtbild ein. Mit einem direkten Lenkgefühl und guter Rückmeldung sorgt sie für ein hohes Maß an Zutrauen in den Krawallknirps und macht das Kurvenräubern zum Vergnügen.
Launige Heckschwünge
Wie es sich für ein solches Auto gehört, bringt der Twingo genau das richtige Maß an Enthusiasmus mit. Schnell in die Kurve, das Gas gelupft und das Heck des kleinen Franzosen dreht sich hurtig in die Kehre hinein. Beim Herausbeschleunigen überzeugt der Unterbau mit sehr guter Traktion und ermöglicht so ein stressfreies Fahren am Limit. Das ESP kann zwar deaktiviert werden, wirklich nötig ist das auf öffentlichen Straßen aber nicht. Die Regelschwelle liegt auffällig hoch und daher greift die Elektronik nicht gleich panisch ein, wenn wir ein wenig Spaß mit der Querbeschleunigung haben wollen. Ebenfalls überzeugend ist die Bremsleistung. Vorne sind innenbelüftete Scheiben aus dem Laguna verbaut, hinten kommen die Scheiben des Mégane zum Einsatz. Das Resultat im leichten Twingo ist souveräne Verzögerung, Dosierbarkeit und Pedalgefühl sind sehr gut.
Ein Motor
Klingt soweit alles ganz gut, allerdings kommen wir nun auch erst zum Motor. Der Renault-Philosophie und dem Diktat des Preises folgend, setzt der RS auf die Kraft eines 1,6-Liter-Saugers. Für den Einbau eines Turboaggregats hätte der Unterboden des Twingo umkonstruiert werden müssen, und das war den Franzosen zu teuer. 133 PS in einem Kleinstwagen klingt zwar nach viel Power – wenn diese Leistung aber erst bei 6750 Touren anfällt und über 1,1 Tonnen bewegen muss, hat dies auf der Straße deutlich spürbare Konsequenzen. Mit einer Maximalgeschwindigkeit von 201 km/h und einer Sprintzeit auf 100 Sachen von 8,7 Sekunden ist der Twingo wahrhaftig keine lahme Ente. Allerdings fehlt ihm untenherum einfach der Bumms des turbobefeuerten 500 Abarth.