Sport für Sparsame: Unterwegs im Renault Twingo RS

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Wer im Renault schnell voran kommen will, muss also fleißig den Schaltstock des kurz übersetzten, leidlich präzise geführten Fünfgang-Getriebes schwingen. Unterhalb von 3000 Umdrehungen kommt der Kleine nicht so recht aus dem Quark und will entsprechend bei Laune gehalten werden. Aber auch obenrum lässt der drehfreudige 1,6-Liter-Motor den letzten Biss vermissen: Mit 160 Newtonmeter Drehmoment zieht man eben nicht die dicksten Würste vom Teller. Die hochtourige Auslegung und das Fehlen eines sechsten Ganges sorgen zudem für ein hohes Geräuschniveau auf der Autobahn: Bei 140 km/h etwa jubelt der Motor bereits mit 4500 Umdrehungen. Wer den Wagen auf Höchstgeschwindigkeit treiben will, sollte die Konversation mit dem Beifahrer tunlichst vorher erledigt haben.

Genau wie seine zahmeren Brüder gefällt auch der Twingo RS durch ein hohes Maß an Alltagsnutzen. Für uns ein Muss-Extra: die längs verschiebbaren hinteren Einzelsitze für 200 Euro. Dank derer kann der Innenraum nämlich auf Kosten des Kofferabteils vergrößert werden – und umgekehrt. Somit passen auch größere Menschen relativ problemlos in den Fond, und der kleine Franzose wird im Notfall zum Reiseauto für vier Personen. Fallen die hinteren Lehnen flach, passen 959 Liter Gepäck in den RS – selbst für Einkaufstouren zu schwedischen Möbelhäusern sollte dies ausreichen. Für Hobby-Rennfahrer interessant: Ab Werk wartet eine durchgehende Sitzbank auf die Fond-Passagiere. Diese wiegt erstens weniger als die variable Zweier-Lösung und kann zur weiteren Gewichtsersparnis ausgebaut werden.

Wenn der 500 Abarth ein aufgestylter Schönling ist, dann stellt der Twingo RS so etwas wie einen guten Kumpel im Designer-Trainingsanzug dar, der sich mit Bier statt Schampus zufrieden gibt und dafür auch noch selber zahlt. Der Franzose mag nicht so scharf ausschauen oder ein so hippes Image bieten wie der Italiener, aber dafür ist er in seiner Klasse konkurrenzlos günstig. Selbst wer die beiden empfehlenswerten Optionspakete ordert, und dem RS somit 17-Zöller, Cup-Chassis, Klimaautomatik und MP3-Radio spendiert, landet bei schlanken 16.010 Euro. Da schaut die Konkurrenz in die Röhre: Ein Citroën C2 VTS kostet nackt bereits 16.990, ein 500 Abarth gar 18.100 Euro. Mit einem Gesamtverbrauch von 7,0 Liter Super auf 100 Kilometer gibt sich der RS zudem recht bescheiden, allerdings dürfte das drehfreudige Naturell und die hochtourige Auslegung des Motors in Kombination mit dem sportlichen Fahrwerk das Erreichen dieses Wertes im Alltag für die meisten Menschen schwierig machen. Bei der Vollkasko-Einstufung ist es mit dem Sparen dann ohnehin vorbei.