Unterwegs im Land Rover Freelander SD4 mit neuem Diesel
Vor der Schallmauer …
Den Antrieb erledigt in unserem Freelander SD4 ein neuer 2,2 Liter gro0er Turbodiesel mit 190 PS. Dieser ist auch in einer Basisversion mit 150 PS verfügbar. Die Mehrleistung des SD4 resultiert aus einer geänderten Motorsteuerungs-Software und erhöhtem Ladedruck. Ein TD4-Modell in der Ausstattungsstufe "S" wird mit 32.900 Euro berechnet, bei der vergleichbar ausgestatteten SD4-Variante werden 36.400 Euro fällig. Die 190 PS liegen bei 3500 U/min an. Das maximale Drehmoment von 420 Nm steht ab 2000 U/min zur Verfügung. Und diese Tourenzahl erweist sich in der Praxis als regelrechte Schallmauer. Darunter passiert nicht viel. So weist unser Freelander eine ausgeprägte Anfahrschwäche und ein deutliches Turboloch auf, und womöglich raubt auch das serienmäßige Automatikgetriebe der Maschine zusätzlich Temperament.
… und dahinter
Oberhalb der besagten 2000 U/min gibt sich der Motor dann ziemlich munter. Drehfreudig entfaltet er seine Leistung und lässt uns auch beim Wühlen im Gelände nicht im Stich. Wer den Motor immer schön auf knapp über 2000 Touren hält, hat uneingeschränkt Freude. In 9,5 Sekunden spurtet der kleine Land Rover von null auf 100 km/h – ein guter Wert, der im auffälligen Gegensatz zu den 190 km/h Höchstgeschwindigkeit steht. Die Abregelung bei dieser Marke hat keine technischen Gründe, wie uns Land Rover auf Nachfrage bestätigt. Hier geht es ausschließlich ums Marketing: Ein Discovery 3.0 TDV6 (45.900 Euro) und ein Range Rover Sport 3.0 TDV6 (71.500 Euro) kommen auf 193 km/h. Und es darf bei Land Rover offenkundig nicht sein, dass sich erheblich teurere Modelle bei der Endgeschwindigkeit dem kleineren Bruder geschlagen geben müssen. In den meisten Ländern dieser Welt wäre diese Diskussion ohnehin rein akademisch – im Autobahn-Land Deutschland sieht das anders aus. Da der Freelander auch bei Höchstgeschwindigkeit sicher auf der Straße liegt, würde es uns nicht wundern, wenn der eine oder andere Tuner die vmax-Anhebung als Geschäft für sich entdeckt.
Ohne Start-Stopp-System
Der Gesamtverbrauch unseres Freelander SD4 liegt laut Hersteller bei 7,0 Litern Diesel pro 100 Kilometer – damit gönnt sich die 190-PS-Version genauso viel Diesel wie sein um 40 PS schwächerer Verwandter aus dem TD4. Aber beim TD4 gibt es die Handschaltung, was in der Kombination mit einem Start-Stopp-System 0,8 Liter Sprit pro 100 Kilometer spart. Der SD4 ist derzeit nur mit einer Sechsgang-Automatik von Aisin, Typ SWF21, zu haben. Das Getriebe macht einen ganz manierlichen Job, wird aber momentan noch nicht mit Start-Stopp kombiniert. Und Konkurrenzmodelle wie den BMW X3 xDrive20d gibt es optional mit einer Achtgang-Automatik. Dem Bayern reichen 5,6 Liter pro 100 Kilometer. Hier hat Land Rover noch Nachholbedarf.