Kleinlader für Landärzte
Insgesamt macht der Vollhybridmodus einen harmonischen Eindruck. Die Übergänge zwischen Motor aus und Motor an sind ruckfrei, und anders als in einem zuvor gefahrenen C300 Hybrid mit Dieselmaschine gibt es keinen nennenswerten akustischen Kontrast zwischen den Betriebsarten, weil der Benzindirekteinspritzer laufruhig und leise arbeitet. Die Boni des Hybridfahrens sind bekannt: Schleichen in der Siedlung, Geräuschlosigkeit bei der Ortsdurchfahrt.
Nochmal zur Batterie: Sie wiegt rund 100 Kilogramm und besetzt den untersten Teil des Kofferraums. Altgediente Mercedes-Treiber mögen anführen, dass sie sich so den Sandsack für den Winter sparen können. Im Gegenzug schrumpft das Volumen von 490 bis 1510 auf 450 bis 1470 Liter.
Assistenzsysteme, die nicht auffallen
Verdient hat sich dieses Auto einen Absatz zu den Assistenzsystemen. Sie sind unbedingt empfehlenswert. Weil sie exzellent zum Komfort-betonten Charakter des Mercedes C350e passen. Und weil sie gekonnt abgestimmt sind. Kein Konkurrent ist besser; die meisten fallen ab. Vom Staufolgeassistenten über die Kameras mit Rundumblick bis zur Distronic Plus mit Lenkunterstützung funktionierte alles so unauffällig und gut, dass der Knopf zum Abschalten nie gedrückt wurde – und das ist das höchste Lob, das die elektronischen Helfer bekommen können.
Der Mercedes C350e ist eine Einstiegsdroge ins elektrische Fahren. Er überzeugt durch den hohen Gesamtkomfort. Und er ist ein Experimentierfahrzeug für Kunden, die nicht zu viel wagen wollen, aber über viel Neugier, viel Kaufkraft und das richtige Fahrprofil verfügen. Für die anderen Käufer des Mercedes T-Modells der C-Klasse bleibt alles beim Alten. Sie werden in der großen Mehrheit wie gehabt zum Diesel greifen.
Der Hersteller hat den Testwagen kostenlos zur Verfügung gestellt und die Überführungskosten bezahlt. Der Autor ist für die Fahrenergie (Benzin, Strom) aufgekommen.