Test: Jaguar XF Sportbrake 25d

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Die vergleichsweise hohen Verbrauchswerte bedürfen einer Erklärung. Anders als bei den meisten SUV macht es nämlich richtig Spaß, den großen Kombi flott um Ecken zu treiben. Der Testwagen wurde ehrlicherweise öfter hurtiger gefahren als die SUVs, die wir in der jüngeren Vergangenheit hier hatten. Der XF Sportbrake ist dabei zwar kein Handling-Wunder, doch die Abstimmung ist Jaguar meines Erachtens gut gelungen. Er bleibt stets eher auf der straffen Seite und unterscheidet sich damit grundlegend von der E-Klasse, die komfortabler ist.

Andererseits ist der Jaguar nicht ganz so handlich wie der aktuelle 5er Touring, den wir im vergangenen Sommer in der Redaktion hatten. Der war allerdings auch mit adaptivem Fahrwerk und „Integral-Aktivlenkung“ hochgerüstet, was beides maßgeblich dazu beigetragen hat, dass uns der Fünfer mit einem Doppeltalent in Erinnerung geblieben ist: Er beherrscht „schnell“ ausgezeichnet und kommt im Komfort in die Nähe der E-Klasse. Diese Bandbreite bietet derzeit kein anderes Auto in dieser Klasse, auch der Jaguar nicht. Für sich betrachtet macht es aber Freude, den gut abgestimmt XF flott zu bewegen.

Beschwerden gab es von einem Kollegen über die Lenkung. Er trauert noch immer den zappligen Citroën-Lenkungen längst vergangener Tage hinterher. Jaguar dämpft das Ansprechverhalten der Steuerung recht stark, aber der XF ist ja auch nicht in erster Linie für Handling-Parcours, sondern für das stressfreie Abreißen vieler Kilometer am Stück gemacht. So brilliert sie bei den Themen Rückmeldung, direktes Ansprechen und Zielpräzision nicht, was wiederum im direkten Vergleich zur BMW-Lenkung durchaus auffällt.andererseits sorgt diese Abstimmung für Ruhe am Steuer auf langen Fahrten.

Der XF Sportbrake ist mit der Maschine in drei Ausstattungslinien zu haben, wobei schon die am wenigsten teure Version gut ausstaffiert ist. Sie kostet 57.360 Euro. Ein BMW 525d Touring kostet mindestens 55.100 Euro, der etwas stärkere Mercedes E 350 d 4Matic mit Sechszylinder und Allradantrieb 61.404 Euro. Beide sind allerdings etwas spärlicher ausgestattet als der Jaguar.

Erstaunlich teuer sind allerdings einige Extras. Xenonlicht ist serienmäßig, LED-Scheinwerfer kosten 1613 Euro extra. Allein für das Thema Parken kann man bei Jaguar mehr als 3000 Euro ausgeben, was weder BMW noch Mercedes wagen. Bei ihnen gibt es für weniger Geld eine Funktion, die das Auto allein in die Parklücke steuert. Das ist nicht die einzige Option, die es bei Jaguar nicht gibt. Matrix-Licht, belüftete Massage-Sitze, Wärmebildkamera oder Dämmglas kann man für übertriebenen Schnick-Schnack halten, doch einige bieten das in dieser gehobenen Klasse – für reichlich Aufpreis – eben an.

Die kosten fĂĽr die ĂśberfĂĽhrung hat der Hersteller ĂĽbernommen, jene fĂĽr Kraftstoff der Autor.