Toyotas Hybrid-Crossover-Modell C-HR 2.0 VVT-ie Hybrid im Test

Seite 3: EingeschrÀnktes Sichtfeld

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Fahrer und Beifahrer haben wahlweise eine hohe Sitzposition, was in ihrer Bewegung eingeschrĂ€nkten Mitmenschen das Ein- und Aussteigen spĂŒrbar erleichtert. Alle sitzen zwar ausreichend bequem, doch liegt die RĂŒckbank im Vergleich niedrig und die hinteren Seitenfenster enden dort, wo man gern noch hinausschauen wĂŒrde. Dort hat der Toyota aus unerfindlichen GrĂŒnden seinen Ă€ußeren TĂŒrgriff, schwer erreichbar und fast wie eine Warnung vor dem Einsteigen. Das ist auch fĂŒr den Fahrer unbefriedigend, wenn er nach rechts hinten blickt: In den Toten Winkel zwischen Heckscheibe und Seitenfenster passt ein ganzes Peloton Radsportler, wahlweise ein Kinderwagen inklusive Eltern. Wenig Platz bietet der Kofferraum mit 358 Litern, das sind mindestens (wegen dessen verstellbarer RĂŒckbank) rund 120 Liter weniger als der vergleichbar große Skoda Karoq. Dazu kommt eine hohe Ladekante mit 78 Zentimetern ĂŒber der Straße. Zum eingeschrĂ€nkten MitfahrvergnĂŒgen hinten und dem kleinen Kofferraum passt die geringe Zuladung von 405 bis 445 kg.

Sonst hat man es glĂŒcklicherweise einfacher. Die Bedienelemente fallen einem sprichwörtlich fast komplett wie von selbst in die HĂ€nde. Ausnahmen gibt es, wie etwa den gut versteckten Schalter fĂŒr die Lenkradheizung. Das Bediensystem, ĂŒbernommen vom Toyota Corolla scheut nicht vor Knöpfen und einem Drehregler am Bildschirmrand zurĂŒck – was angesichts der Probleme der BerĂŒhrungsbedienung als Fortschritt gewertet werden muss. Der Rest funktioniert weitgehend intuitiv, auch die neuen Errungenschaften Android Auto und Apple Carplay. Das laut Toyota ĂŒberarbeitete Soundsystem von JBL war sogar meinen lĂ€rmbegeisterten Teenagern zu basslastig. Kein Wunder – zum 19-cm-Subwoofer in einer Nebenhöhle des Kofferraums umfasst es noch zwei vordere 27-cm-Tieftöner.

Die Assistenz bietet gewissermaßen das KlassenĂŒbliche. Der automatische Bremsassistent hinderte mich einmal erfolgreich daran, einen Einkaufswagen samt EinkĂ€ufer mit der Heckklappe zu erlegen. Prima. Den Spurhalteassistenten habe ich dagegen nach wenigen Kilometern abgestellt, der Abstandsregeltempomat hingegen arbeitet akkurat. Wenig zu meckern gab‘s am Totwinkelassistenten, obwohl auch der bisweilen Fehlalarme ausgibt. Mit der Schildererkennung kann man leben, sollte sich aber nicht vollstĂ€ndig darauf verlassen, und der Fernlichtassistent der LED-Scheinwerfer arbeitete nicht immer zur Zufriedenheit entgegenkommender Verkehrsteilnehmer. Leider arbeitet das System noch mit kompletter Abblendung anstelle der modernen Matrix-Ausblendung, die man sich wenigstens als Option schon wĂŒnschen dĂŒrfte.

Wer einem kompakten Crossover-Modell den Vorzug geben möchte, wenn er sich fĂŒr den effizientesten Hybridantrieb auf dem Markt entscheidet, kommt um den Toyota C-HR eigentlich nicht herum. Bei den zahlreichen Wettbewerbsmodellen wie Hyundai Kona, Kia Niro Hybrid (Test), Mazda CX-30, Skoda Karoq (Test) oder VW Tiguan gibt es so etwas einfach nicht. Sein optischer Extremismus geht dabei recht weit und beeintrĂ€chtigt wichtige Funktionen wie Raum und Zuladung bis hin zur sicherheitsrelevanten Rundumsicht. Auch wer hĂ€ufig Mitmenschen auf der RĂŒckbank transportiert, sollte das im Blick haben. Das Klaustro-GefĂŒhl auf der RĂŒckbank kann auch kein Schiebe- oder wenigstens Glasdach mildern, Toyota bietet so etwas nicht an.

Eine AnhĂ€ngekupplung gibt es dagegen, doch bleibt die AnhĂ€ngelast der Hybridmodelle auf lediglich 725 kg beschrĂ€nkt. Mit dem konventionellen 1,2-Liter-Dreizylinder dagegen darf der C-HR maximal 1300 kg schleppen. Zweifel, ob man denn die 890 Euro fĂŒr das Navigationssystem plus Aktualisierungskosten nach drei Jahren wirklich noch ausgeben möchte, wecken die neuen Anwendungsprogramme von Google und Apple. Beide erlauben nach der Modellpflege die Einbindung kostenlos aktueller Navigation ĂŒbers Smartphone.

Den C-HR mit dem großen Hybridantrieb gibt es ab 32.790 Euro, uns hat Toyota die auf den Verkaufsanlauf limitierte, gut ausgestattete Version “Orange Edition” fĂŒr 38.690 Euro hingestellt. Lobenswert, dass beide das gleiche Sicherheitspaket haben, gerade von deutschen Herstellern ist man ja gewohnt, dass einschlĂ€gige Ausstattungsdetails einzeln oder paketweise den Preis krĂ€ftig nach oben treiben können. Toyota bietet eine dreijĂ€hrige Herstellergarantie, im ersten Jahr ohne Kilometerbegrenzung, sonst bis 100.000 km. Der Hybridantrieb genießt (im gleichen Kilometerkontingent) eine fĂŒnfjĂ€hrige Garantie.