iPhone-Akkutausch – Service-Anbieter im Test

Seite 3: iPhone-Akku gĂĽnstig bei Apple tauschen lassen

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Apple hat den Preis fĂĽr Ersatzakkus fĂĽr jeden Kunden mit einem iPhone 6 oder neuer auĂźerhalb der Garantiezeit von 89 um 60 auf jetzt 29 Euro gesenkt. Die Aktion ist bis Ende 2018 gĂĽltig. Zum Teil kommen noch Versandkosten hinzu. Wir haben es ausprobiert.

Um den Akku bei Apple austauschen zu lassen, geht man auf die Webseite „getsupport.apple.com“. Wer vorab noch seinen Anspruch auf Garantie oder Apple Care prüfen will, startet auf „checkcoverage.apple.com/de“ und gibt die Seriennummer seines Gerätes ein. Zur Eingrenzung des Problems wählt man „Batterie, Stromversorgung & Aufladen“ und dann „Battery replacement“.

Nun muss man entscheiden, ob man das iPhone lieber bei Apple vorbeibringen oder per Post einsenden möchte, und sich spätestens jetzt mit seiner Apple-ID anmelden. Will man sein Gerät selbst zur Werkstatt bringen, gibt man als nächstes seinen Standort ein und wird aufgefordert, einen Anbieter auszuwählen.

Verwirrenderweise stehen hier zunächst die Telefon-Provider O2, Vodafone und Telekom zur Auswahl. Erst im nächsten Schritt erscheint eine Karte mit in Frage kommenden Service-Providern und zum Teil auch den nächsten freien Terminen. Diese sind auch abhängig von den vorhandenen Ersatzteilen; eine sofortige Reparatur zum Termin ist aber nicht garantiert.

Schon beim Online-Auftrag erscheint eine Karte von Service-Providern samt freien Terminen.

Wir entschieden uns hier für den Apple Store Hannover, der zwei Tage später einen Termin frei hatte. Bevor man sich auf den Weg macht, sollte man unbedingt ein Backup seiner Daten anfertigen – entweder auf seinem Computer per iTunes oder mit Hilfe von iCloud. Unser Tipp: Bevorzugen Sie das lokale verschlüsselte Backup. Das geht am schnellsten und alle Passwörter werden mit übertragen, sodass Sie nach einer Wiederherstellung nahtlos weiterarbeiten können.

Außerdem repariert Apple ein iPhone nur, wenn „Mein iPhone suchen“ für den Reparaturzeitraum vom Besitzer deaktiviert wurde (in den Einstellungen ganz oben mit dem User-Namen unter „iCloud“ zu finden).

Im Store kamen wir sofort dran und mussten nur kurz an der Genius Bar auf einen Techniker warten. Der verzichtete auf jede weitere Diagnose über den Akku-Zustand und fotografierte mit seinem iPad die Seriennummer unseres iPhone 6s aus dem Info-Dialog der allgemeinen Einstellungen ab. Dann erklärte er uns, dass es für unser Gerät noch ein Qualitätsprogramm für den Akku gebe (gilt für alle 6s-iPhones bestimmter Seriennummern). Der Wechsel würde uns also nichts kosten. Am nächsten Tag konnten wir das iPhone abholen und es lief wieder mit voller Taktrate.

Wollen Sie einen kostenlosen iPhone-Batteriewechsel innerhalb der beschränkten Ein-Jahres-Garantie, muss Ihr Akku bei Apples Diagnosetest durchfallen: Das ist der Fall, wenn er mindestens 20 Prozent seiner Anfangs-Kapazität verloren und dabei nicht mehr als 500 Ladezyklen hinter sich hat (mehr dazu später).

Hat man keinen Service-Provider in der Nähe oder keine Zeit für einen Ausflug dorthin, wählt man „Einsenden“. Auch diesen Weg haben wir ausprobiert: Hier erschien für unser zweites 6s nach Eingabe der Seriennummer zunächst ein „Kostenvoranschlag“ von 24,37 Euro, wobei noch die Mehrwertsteuer und Versandkosten fehlten. Zusammen kamen wir auf 40,90 Euro, obwohl auch dieses Gerät laut der zugehörigen Webseite noch unter das Qualitätsprogramm für den kostenlosen Austausch fällt.

Schließlich wurde uns mitgeteilt, dass wir sechs bis zehn Tage auf unser Gerät warten müssten. Zur Abholung kam UPS am nächsten Tag vorbei und nahm nur das Gerät ohne Zubehör und Verpackung mit. Alternativ kann man sich auch eine Transportbox zuschicken lassen und gibt diese mitsamt seinem iPhone bei einer Filiale des Versandunternehmens ab.

Zwei Werktage später meldete sich Apple per Mail und forderte uns auf, unsere Reparatur auf der Webseite zu „aktualisieren“. Wir staunten nicht schlecht, denn dort stand: „Schaden: Beschädigt, Typ: Hauptplatine“. Die nötige Reparatur sollte stattliche „294,87 Euro + Steuer“ kosten – insgesamt also 350,90 Euro, wohlgemerkt, statt dem uns kostenlos zustehenden iPhone-Akkutausch – das wollten wir freilich nicht bezahlen. Insbesondere, weil das iPhone bis zum Schluss korrekt – wenn auch zu langsam – funktionierte.

Statt eines kostenlosen Akkutauschs forderte Apple fĂĽr unser iPhone 350,90 Euro wegen einer angeblich kaputten Hauptplatine.

Das zurückgeschickte iPhone 6s war so schlecht zusammengebaut, dass die Gummidichtung herausquetschte. Es funktionierte aber weiterhin. Vom tschechischen Dienstleister wurden uns 100 Euro Gebühr angedroht, wenn wir mit der gleichen Sache noch einmal zu Apple kämen. Für einen Protest war es bis zum Redaktionsschluss dann zu spät. Wie die Geschichte schließlich zu einem guten Ausgang kam, haben wir in Mac & i Heft 2/2018 in einem Test des Apple-Supports beschrieben.

Wer im Jahr 2017 bei iPhone 6, 6s oder 7 sowie der jeweiligen Plus-Modelle für einen Akkutausch bei einer autorisierten Apple-Werkstatt oder dem Hersteller die üblichen 89 Euro bezahlt hat, soll nun eine Rückerstattung des Differenzbetrages zum aktuellen 29-Euro-Angebot erhalten – sprich eine Gutschrift über 60 Euro. Die Gutschrift erfolgt im Idealfall automatisch auf das Bankkonto oder die Kreditkarte, die zur Zahlung des iPhone-Akkutauschs eingesetzt wurde, erklärt Apple, darüber wird per E-Mail informiert.

Sollten Nutzer bis Ende Juli keine derartige E-Mail erhalten haben, müssen sie Apple für eine Gutschrift selbst kontaktieren und einen Nachweis über die Ausführung des Akkutauschs durch Apple oder einen autorisierten Partner vorlegen. Bei einem Akkuwechsel durch unabhängige Service-Anbieter gibt es keine Gutschrift. Eine Anforderung der Rückzahlung ist noch bis Ende des Jahres 2018 möglich.

Wer seinen Akku bei einer freien Werkstatt hat tauschen lassen, geht bei der Rückerstattung leer aus. Es kann sogar noch schlimmer kommen: Ist auch der Drittanbieter-Akku so schwach geworden, dass iOS den CPU-Takt reduziert, gibt es für diese iPhones keinen Akkutausch mehr bei Apple – auch nicht zum vollen Preis. Apple verweigert gerne auch die Reparatur von Geräten, die unsachgemäß eingebaute Fremd-Displays oder andere Ersatzteile enthalten. Oftmals wollen die Techniker diese Teile dann (kostenpflichtig) mit tauschen.

Hat das iPhone auch nur einen kleinen Display-Riss oder ist der Rahmen leicht verzogen, wird der Akku für gewöhnlich von Apple-Technikern nicht getauscht, ohne auch die anderen Schäden zu reparieren. Hier werden aus den 29 dann schnell 190 Euro.

Für den Batterie-Service bei einem iPad verlangt Apple außerhalb der Garantiezeit 99 Euro. Das erste iPad und das iPad 3 werden nicht mehr unterstützt. Da Apple beim iPad die Akkus in das Gehäuse klebt, wird in der Regel das ganze Gerät ausgetauscht. Hier ist ein Backup also besonders wichtig. Eventuelle Gravuren gehen beim Tausch gegen ein anderes Gerät natürlich verloren. Für den iPod touch 6 kostet der Batterie-Wechsel zur Zeit 100,90 Euro bei Apple. Die Vorgänger werden hier nicht mehr repariert.

Nur mit Glück geht man nach dem Besuch einer zertifizierten Apple-Werkstatt sofort mit einem reparierten oder ausgetauschten Gerät nach Hause. Einkalkulieren sollte man ein bis vier Werktage Wartezeit. Bei dem Service per Paketdienst sollten Sie mit sechs bis zehn Tagen ohne Gerät rechnen. Auf alle Reparaturen gibt Apple 90 Tage Garantie.