Volkswagen rechnet mit Milliardenzahlung fĂĽr Verfehlung seines Flottenverbrauchs

Hätte Volkswagen so viele Elektroautos verkauft, wie geplant, hätte der Konzern seine Ziele erreicht. Der Absatz von E-Autos ist indes kräftig zurückgegangen.

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VW E-Up

Günstige Elektroautos wie der inzwischen nicht mehr erhältliche VW E-Up (Test) hätten Volkswagen zwischenzeitlich helfen können, mehr E-Autos abzusetzen.

(Bild: Florian Pillau)

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  • dpa

Der schleppende Verkauf von Elektroautos könnte Volkswagen 2025 eine Strafe in Milliardenhöhe einbringen. Das Management bezifferte die möglichen Kosten für ein Verfehlen der Brüsseler CO₂-Flottengrenzen für Neuwagen nach derzeitigem Stand auf 1,5 Milliarden Euro. Die Aussagen fielen in einem Austausch mit Analysten, wie ein Konzernsprecher bestätigte. Vereinzelt hatte es im Laufe des vergangenen Jahres noch deutlich höhere Schätzungen gegeben. Die im Dax notierte VW-Aktie gewann zuletzt rund zwei Prozent. Analysten verwiesen zudem auf einen grundlegend zuversichtlichen Ton des Managements.

Nach derzeitiger Lage müssen Autohersteller in der EU in diesem Jahr verschärfte Emissionsgrenzen für das klimaschädliche Kohlendioxid einhalten – liegt der CO₂-Ausstoß im Schnitt der neu verkauften Fahrzeuge zu hoch, werden Strafzahlungen fällig. Angesichts der aktuell schwierigen Lage der deutschen und europäischen Automobilindustrie mit Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Wertschöpfung fordern viele Politiker derzeit ohnehin, diesen Mechanismus auszusetzen und die Anbieter mit Strafzahlungen nicht noch stärker unter Druck zu setzen.

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Autohersteller haben einige Möglichkeiten, die Strafen zu begrenzen. Sie können zum einen versuchen, den Verkauf von Elektroautos oder Hybridantrieben deutlich anzukurbeln. Zum anderen können auch sparsamere Autos den Spritverbrauch und damit den CO₂-Ausstoß senken. Außerdem können die Hersteller sogenannte Pools mit Konkurrenten bei der EU anmelden und würden dann als ein gemeinsamer Anbieter gewertet. So können stark auf Verbrenner ausgerichtete Hersteller mit der Hereinnahme von Elektroautospezialisten ihre Flottenabgaswerte senken. Das Gespräch mit Analysten war ein für Börsenkonzerne vielfach üblicher sogenannter "Pre-close Call", in dem das Unternehmen vor der kommunikativen Ruhephase im Vorfeld von Geschäftszahlen noch ein letztes Mal die Experten von Researchhäusern informiert.

(fpi)