Deutsche Bahn setzt beim Car-Sharing vermehrt auf Elektroautos

Bericht: Die Deutsche Bahn AG will 2011 den Anteil von E-Mobilen in ihrer Mietautoflotte auf 10 Prozent steigern. Ferner laufen Verhandlungen mit Daimler und Peugeot, um deren Car-Sharing-Angebote in das der Bahn zu integrieren

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  • ssu
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Hannover, 17. August 2010 – Alle reden von Elektroautos, die Bahn kauft welche: So lässt sich in Anlehnung an den Werbeslogan aus Bundesbahn-Zeiten ("Alle reden vom Wetter. Wir nicht") eine aktuelle Ankündigung der Deutschen Bahn AG umschreiben. "Wir wollen in einem Jahr 10 Prozent unserer Leihwagen elektrisch betreiben", zitiert die Financial Times Deutschland (FTD) heute den für die Automiet-Angebote der Bahn verantwortlichen Mananger Rolf Lübke.

Darüber hinaus verhandelt der Konzern mit den Autokonzernen Daimler AG und PSA (Peugeot/Citroën), die ihrerseits jeweils eigene Konzepte zur Kurzzeitmiete von Autos (derzeit hauptsächlich mit konventionellen Verbrennungsmotoren) verwirklicht haben, darüber, diese Angebote in das Carsharing-System der Bahn zu integrieren.

Deutsche Bahn setzt beim Car-Sharing vermehrt auf Elektroautos (3 Bilder)

Alle reden vom Wetter ...

"Alle reden vom Wetter. Wir nicht." war das Motto einer im Herbst 1966 angelaufenen Werbekampagne der damaligen Deutschen Bundesbahn. Die Behörde betonte damit ihren Anspruch, ihre Passagiere auch bei widrigen Witterungsbedingungen pünktlich und in wohltemperierten Abteilen zu befördern. (Bildquelle: de.wikipedia/gemeinfrei) (Bild: de.wikipedia/gemeinfrei)

Daimlers Konzept Car2go erfreut sich dem Autokonzern zufolge großer Nachfrage. In Deutschland ist es zwar bislang nur in den Nachbarstädten Ulm und Neu-Ulm verfügbar. Doch unterscheidet es sich von anderen Mietwagen-Angeboten erstens dadurch, dass die Kunden einen freien Smart-Pkw spontan für einen beliebigen Zeitraum mieten und irgendwo im Stadtgebiet wieder parken können. Zweitens ist der Mietvorgang bequem: Einmal angemeldete Nutzer öffnen und mieten das Auto per RFID-Chip, der an ihrem Führerschein angebracht ist. Drittens wird die Nutzung – ähnlich einem Handy-Tarif ohne Grundgebühr – zeitbasiert abgerechnet: Eine Minute kostet 19 Cent, die Stunde maximal 9,90 Euro – Verbrauchskosten inklusive. Während einer Einführungsphase kostete der Kalendertag maximal 49 Euro, inzwischen berechnet Car2go einem Mieter maximal 119 Euro pro Tag – was einer Nutzungsdauer von 12 Stunden an einem Kalendertag entspricht. Im Frühjahr hatte Daimler angekündigt, Car2go noch 2010 auch in einer "europäischen Millionenstadt" anzubieten, konkretere Angaben machte der Konzern aber bis dato nicht.

Weniger flexibel ist das Angebot Mu by Peugeot: Der Konzern bietet Mu (sprich "Mü") nach dem Start in französischen Städten seit Mai auch in Berlin an. Zwar halten die Franzosen ein breites Spektrum an Fahrzeugen vom Zweirad bis zum Kleintransporter bereit, doch müssen Kunden ein Fahrzeug vorher reservieren, und die Abholung und Rückgabe muss an ein und derselben Mietstation in der Bundeshauptstadt erfolgen.