Deutsche Bahn setzt beim Car-Sharing vermehrt auf Elektroautos

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Mit Flinkster testet die Deutsche Bahn derzeit in Köln sowie in Stuttgart ein Mietkonzept, das wie eine Mischform aus Car2go und Mu anmutet: Während der Staatskonzern in anderen Städten am Hauptbahnhof Car-Sharing-Satationen betreibt, bietet er in Köln und Stuttgart jeweils über ein Dutzend über das Stadtgebiet verteilter Mietstationen an. Die Tarifstruktur von Flinkster ist zwar auch auf Kurzzeit-Mieten zugeschnitten, ist jedoch erheblich komplexer als die von Car2go. So zahlen Flinkster-Nutzer über eine Stunden-Pauschale von 1,50 Euro hinaus eine Verbrauchspauschale von 0,25 Euro pro Kilometer. Daneben gibt es Pauschalangebote: Bis Mitte September befristet sind Tagesgebühren von 25 Euro sowie eine Monatsmiete von 150 Euro im Angebot – allerdings jeweils zuzüglich der Kraftstoffpauschale.

Alle drei Vermietkonzepte erscheinen als Beleg dafür, dass mit der Eisenbahn und alteingesessenen Autokonzernen gleich zwei Schlüsselbranchen das Thema "Individualverkehr für Personen ohne eigenes Auto" als Wachstumsmarkt identifiziert haben. Schon bei konventionellen Autos mit Verbrennungsmotor zeichnet sich in den Großstädten die Tendenz ab, dass sich Personen einen eigenen Pkw gar nicht leisten können beziehungsweise wollen, weil ihnen die "Standkosten" wie Parkgebühren oder der Wertverlust durch das schlichte Älterwerden des Autos zu hoch sind. Außerdem weisen Studien darauf hin, dass unter jungen Menschen die Bedeutung des (eigenen) Autos als Statussymbol abnimmt.

Beim Trendthema Elektromobilität kommt noch hinzu, dass Privatleute kaum bereit sein dürften, den Gegenwert einer Mercedes-Limousine auszugeben, um einen elektrischen Kleinwagens zu kaufen, der nach einigen Stunden Aufladezeit vielleicht 100 oder 200 Kilometer weit kommt. Auch liegen bislang kaum Erfahrungswerte vor, nach welcher Gesamtfahrleistung der Akku im Auto wesentlich an Kapazität verliert. Dies gilt insbesondere für in Lithium-Ionen- (Li-Ion-)Technik aufgebaute "Traktionsbatterien" der E-Mobile, die Pioniere wie Tesla Motors derzeit ebenso favorisieren wie die weltgrößten Autokonzerne.