Kleine Evolution: Der Antrieb des Toyota Yaris Hybrid
In Genf zeigt Toyota den neuen Yaris Hybrid. Er ist der erste Kleinwagen mit einem leistungsverzweigten Hybridantrieb, technisch eine Kleinausgabe des Prius. Vor allem der Verbrauch kann beeindrucken
- Gernot Goppelt
Köln, 27. Februar 2012 – Das konnte Toyota nicht auf sich sitzen lassen. Seit knapp einem Jahr ist Honda Hybridprimus bei den Kleinwagen, denn dem Honda Jazz Hybrid hatte Toyota bisher nichts entgegenzusetzen. Im Frühsommer wird sich das ändern, und wie: Der Einstiegspreis des Toyota Yaris Hybrid soll unter 17.000 Euro liegen, fast 2000 Euro niedriger als beim Konkurrenten von Honda. Was diese Ansage genau wert ist, bleibt natürlich abzuwarten, frühestens kommende Woche werden wir auf dem Genfer Automobilsalon erfahren, welchen Gegenwert in Form von Ausstattung Toyota zu bieten hat.
Alles etwas kleiner
Schon jetzt ist aber klar, dass der Yaris Hybrid ein Vollhybrid nach allen Regeln der Toyota-Kunst sein wird. Er wird also einen leistungsverzweigten Hybridantrieb bekommen, der funktional dem des größeren Prius entspricht. Allerdings sind fast alle Komponenten des Antriebspakets kleiner und leichter geworden. Der Verbrennungsmotor baut rund fünf Zentimeter kürzer und ist 16,5 Kilogramm leichter als beim Prius. Auch die zwei Motorgeneratoren fallen kompakter aus, sind gut zwei Zentimeter kürzer und acht Kilogramm leichter. Schließlich hat Toyota unter der hinteren Sitzbank eine NiMh-Batterie verbaut, die weitere 11 Kilogramm spart (und nicht auf Kosten von Innen- oder Kofferraum geht). Das komplette Hybridsystem im Yaris wiegt 201 Kilogramm (statt 243 Kilogramm wie im Prius).
Kleine Evolution: Der Antrieb des Toyota Yaris Hybrid (4 Bilder)

Der neue Toyota Yaris Hybrid glänzt mit einem NEFZ-Verbrauch von weniger als 3,5 Liter Superbenzin.
Bei der Funktionsweise des Hybridantriebs geht Toyota weiter seinen ureigenen Weg. Während praktisch die gesamte Konkurrenz auf parallele Hybridantriebe setzt, bleibt es auch im Yaris bei der Leistungsverzweigung, die so einfach aufgebaut wie schwer zu verstehen ist. Anders als bei den parallelen Konzepten, bei denen Verbrennungs- und Elektromotor quasi gleichberechtigt und nebeneinander für den Antrieb sorgen, führt Toyota die Kraft der Motoren in einem Planetengetriebe zusammen, welches das Drehmoment variabel und stufenlos auf den Achsantrieb und einen Motorgenerator aufteilt. Dieser erzeugt wiederum Strom, der entweder für den Antrieb genutzt werden kann, oder in die Batterie gespeist wird.