VW: Das Ein-Liter Auto lässt weiter auf sich warten

Der Autobauer Volkswagen hat noch nicht entschieden, ob er sein "Ein-Liter-Auto" XL1 in Serie produzieren will

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Von
  • Gernot Goppelt

Man sieht es: Der VW XL1 wurde konsequent auf geringen Verbrauch getrimmt

Der Autobauer Volkswagen hat noch nicht entschieden, ob er sein "Ein-Liter-Auto" XL1 in Serie produzieren will. Das sagte ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag und reagierte damit auf einen Bericht der Automobilwoche. Die Branchenzeitung berichtet, es gebe Pläne, das sparsame Auto bald in Osnabrück in Serie zu bauen. Der XL1 wurde in Osnabrück entwickelt und gebaut, jedoch gibt es derzeit noch keine konkreten Pläne über eine Serienproduktion des Wagens in Osnabrück, sagte der Konzernsprecher. Dort liege aber die Kompetenz für den Bau von Kleinserien durch den Ex-Standort des Zulieferers Karmann.

Bei der VW-Hauptversammlung hatten VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und seine Frau Ursula erst kürzlich in dem Hightechflitzer XL1 posiert. Der Wagen ist ein Zweisitzer und gilt als eines der Lieblingsprojekte von Piëch. Das Auto ist ein Hybridfahrzeug, das einen Diesel- mit einem Elektromotor kombiniert. Bei der Karosserie setzt VW auf Kohlefaserstoffe, um Gewicht zu sparen. Mit dem Ein-Liter-Auto will VW eine Führungsrolle beim Bau leichter Hybridfahrzeuge übernehmen. Der Prototyp war im Januar 2011 in Katar vorgestellt worden – das Golf-Emirat ist mit rund 17 Prozent drittgrößter Aktionär von VW.

Die Entscheidung für den XL1 dürfte den Markstrategen von VW nicht leicht fallen. Als Plug-in-Hybrid, wie in Katar vorgestellt, würde das Auto auf einen Markt treffen, in dem die Fähigkeit zum elektrischen Fahren nicht mehr so gefragt ist wie während des Elektroauto-"Hypes" der vergangenen Jahre. Dies könnte andererseits für einen (günstigeren) Mildhybrid sprechen, der dann aber nur als eine Art Zwei-Liter-Auto gelten könnte. Ein weiteres Wagnis ist die Karosserieform des Zweisitzers: Sie bietet nur wenig Stauraum und ist mit einer schlechten Übersichtlichkeit verbunden. Kaufen die Menschen ein Auto, bei dem der Nutzwert konsequent dem Verbrauch geopfert wird? (Mit Material der dpa) (ggo)