Honda will elektrisch werden, 30 EV-Modelle sollen bis 2030 ins Angebot

Honda plant eine Elektrifizierungskampagne, bis 2030 soll der E-Auto-Anteil bei 40 Prozent der VerkÀufe liegen. SpÀter will Honda Feststoffakkus entwickeln.

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Hondas Plattformstrategie: Eine Vereinheitlichung vieler Komponenten ĂŒber die verschiedenen Segmente soll Kostenvorteile bringen.

(Bild: Honda)

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Honda strebt bis 2050 CO₂-NeutralitĂ€t fĂŒr alle Produkte und UnternehmensaktivitĂ€ten an, an denen Honda beteiligt ist. FĂŒr die Autosparte bedeutet das eine großflĂ€chige Elektrifizierung auf allen MĂ€rkten.

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Die ersten großen Linien der neuen Strategie, die im Großkonzern mit Konzernchef Toshihiro Mibe festgelegt wurden, gab Honda in einer Pressekonferenz bekannt. Da Honda aktuell mit dem Honda e lediglich ein batterieelektrisches Modell im Programm hat, ist in diesem Bereich ein gewisser Aufholbedarf erkennbar. Außer fĂŒr batterieelektrische sieht Honda auch Bedarf fĂŒr Hybrid- und Brennstoffzellenantriebe.

Weltweit will Honda bis 2030 in einer ersten Initiative 30 batterieelektrische Modelle auf den Markt bringen, vom Kleinwagen fĂŒr den gewerblichen Einsatz bis hin zu reprĂ€sentativen Premium-Modellen, die Honda "Flagship-Class" nennt. JĂ€hrlich sollen mehr als zwei Millionen Honda-Elektroautos pro Jahr gebaut werden, das sind etwa 40 Prozent des bis dahin vorgesehenen Absatzes. Honda will dazu in den kommenden Jahren 64 Milliarden Dollar in die Entwicklung investieren.

Bis zur zweiten HĂ€lfte der 2020er-Jahre sollen die ersten neuen Modelle eingefĂŒhrt werden. FĂŒr bestimmte MĂ€rkte hat Honda dazu bereits konkretere PlĂ€ne: In Nordamerika sollen 2024 zwei "mittelgroße bis große EV-Modelle" auf den Markt kommen, die Honda bereits gemeinsam mit GM entwickelt. Um die entsprechenden StĂŒckzahlen zu produzieren, soll in den USA ein Honda-Werk nur fĂŒr Elektroautos gebaut werden.

Auf dem chinesischen Markt sollen bis 2027 insgesamt zehn neue Elektroauto-Modelle zur VerfĂŒgung stehen. Dazu will Honda je ein Elektroauto-Werk in Guangzhou und in Wuhan errichten. In Japan will Honda Anfang 2024 einen elektrischen Kleinstwagen fĂŒr den gewerblichen Einsatz einfĂŒhren, spĂ€ter Kleinwagen- und SUV-Modelle fĂŒr Privatkunden.

Ab 2026 soll die sogenannte "Honda e: Architecture" eingefĂŒhrt werden, eine gemeinsame technische Basis fĂŒr die Hard- und Software der Elektroautos. Beginnend in Nordamerika sollen zusammen mit GM ab 2027 gĂŒnstige Elektroautos eingefĂŒhrt werden, die in Kosten und Reichweiten mit fossil angetriebenen Autos vergleichbar und konkurrenzfĂ€hig sein sollen. Alle Elektroautos sollen bidirektional laden können.

Bei der Beschaffung von Lithium-Batterien arbeitet Honda zunĂ€chst mit verschiedenen Partnern zusammen, in Nordamerika sollen die Ultium-Batterien von GM bezogen werden. In China wird Honda dazu die Zusammenarbeit mit CATL weiter ausbauen und auf dem Heimatmarkt Japan bezieht Honda die Batterien fĂŒr die geplanten Kleinwagen zunĂ€chst von Envision AESC. DarĂŒber hinaus trĂ€gt sich Honda mit dem Gedanken, ein Joint-Venture fĂŒr eine Batterieproduktion zu grĂŒnden.

Ab der "zweiten HĂ€lfte der 2020er Jahre" sollen Feststoffzellen eine wachsende Rolle bekommen, im FrĂŒhjahr 2024 soll eine eigene Pilotanlage zur Fertigung von Feststoffbatterien die Arbeit aufnehmen, um Erfahrungen fĂŒr Forschung und Entwicklung zu sammeln. In Serie sollen die Solid-State-Batterien in Hondas gehen, die in der zweiten HĂ€lfte der 2020er Jahre auf den Markt kommen.

(fpi)