Porsche 918 RSR – das "rasende Rennlabor"
Karosserie im Rennwagen-Trim
Das Monocoque des 918 RSR besteht aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, abgekürzt CFK. Die Karosserieform stammt prinzipiell vom Spyder und soll an klassische Porsche-Langstrecken-Rennwagen wie das 908 Langheck-Coupé von 1969 und das 917 Kurzheck-Coupé von 1971 erinnern. Charakteristisch für den RSR sind die Luftöffnungen, das kanzelartige Cockpit, ein sichtbares Lüfterrad zwischen den Ram-Air-Ansaugstutzen und ein Heckspoiler im RS-Spyder-Format.
Orange: Die Hybrid-Farbe
Neu ist der Farbton "Liquid Metal Chromblau", der um die Farbe Orange ergänzt wurde, mit der Porsche typischerweise seine Hybrid-Modelle kennzeichnet. Die Türen öffnen nach schräg oben. Rennsport-typisch sind die Luftöffnung im Dach zwischen den Türflügeln, die Schnellverschlüsse an vorderer und hinterer CFK-Haube, die beiden Dachantennen für Boxenfunk und Telemetrie, Luftleitbleche vorne, die Luftsplitter unterhalb der Frontlippe sowie profillose Slick-Rennreifen auf 19-Zoll-Rädern mit Zentralverschluss.
Puristisches Renncockpit
Anders als die Konzeptstudie 918 Spyder soll der Innenraum 918 RSR eine puristische Rennatmosphäre verströmen: Der Fahrer nimmt auf einem Schalensitz Platz, in der Mittelkonsole sind Kippschalter angebracht, das Lenkrad zeigt optisch die Schaltpunkte an und auf der Lenksäule sitzt die Rekuperationsanzeige. Ein weiteres Display liefert die übrigen Informationen. Rechts von der Konsole tauschten die Porsche-Ingenieure den zweiten Sitz gegen den Schwungradspeicher aus.
Der 918 RSR trägt die Startnummer 22, dieselbe wie das Porsche 917 Kurzheck-Coupé von 1971, mit dem die Piloten Dr. Helmut Marko und Gijs van Lennep beim 24-Stunden-Klassiker Le Mans als erste durchs Ziel rauschten. Dabei stellten sie einen Distanzrekord von 5335,31 Kilometer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 222 km/h auf. Der Rekord währte bis 2010 – 39 Jahre lang.
Hybrid macht SpaĂź
Bleibt die Frage, was Porsche den Detroit-Besuchern und uns mit der Rennwagenstudie eigentlich sagen will: Zum einen dürckt der 918 RSR wohl die notorische Begeisterung für Sportwagen aus, die Porsche eben eigen ist – Hybrid hin oder her. Und dann mit gebührender Vorsicht vielleicht noch dieses: Ein Hybridantrieb könnte womöglich dazu dienen, vor allem Spaß zu haben. Im Zivilbereich gibt es komischerweise erst einen Hersteller, der diesen Gedanken in die Tat umgesetzt hat, nämlich Honda mit dem kleinen CR-Z. Zwischen den beiden Polen Sparen und Sport lässt sich ein Hybridantrieb fast beliebig auslegen oder skalieren, wie es auch neudeutsch heißt. Wie wird erst ein Serien-Porsche, bei dem der Hybridantrieb in erster Linie dazu dient, lustvoll um die Ecken zu flitzen? (imp)