Toyota sieht Hybrid-Technik als Wegbereiter für die Zukunft

Bis Elektroautos als Fortbewegungsmittel für die breite Masse Realität werden, ist es noch ein langer Weg. Toyota setzt in dieser Übergangsphase vor allem auf seine Hybrid-Technologie als Wegbereiter

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Düsseldorf, 5. Oktober 2009 – Alle Autohersteller sind derzeit demselben Dilemma ausgesetzt: Einerseits erwartet eine anspruchsvolle Öffentlichkeit, dass möglichst bald viele Elektroautos auf unseren Straßen herumfahren. Andererseits herrscht weitgehend Konsens, dass viel zu teure Batterien und eine weitgehend fehlende Lade-Infrastruktur dies eigentlich nicht zulassen. Toyota hat in dieser Situation immerhin den Vorteil, große Erfahrung mit Hybridfahrzeugen zu haben. Das Unternehmen zeigt sich zwar offen für andere Antriebskonzepte, will aber auch das Bestehende weiterentwickeln, um einen sanften Einstieg in die Elektromobilität zu finden.

1997 brachte der japanische Hersteller mit dem Prius eines der ersten Hybridautos auf den Markt. Hier treiben ein Verbrennungs- und ein Elektromotor gemeinsam das Fahrzeug an. Toyota setzt auf einen leistungsverzweigten Hybrid, während etwa Honda den Parallelhybrid bevorzugt. Mittlerweile ist bereits die dritte Prius-Generation erhältlich. Mit dem Prius Plug-In Hybrid hat Toyota auf der IAA 2009 ein Konzeptfahrzeug vorgestellt, dessen Batterie sich zusätzlich über eine herkömmliche Steckdose aufladen lässt. Der Plug-In Hybrid verfügt über eine höhere rein elektrische Reichweite, die zumindest zum Einkauf oder die Fahrt ins Kino reicht. Zudem wurden laut Toyota Verbrauch und Emissionsausstoß weiter reduziert.

Toyota sieht Hybrid-Technik als Wegbereiter für die Zukunft (14 Bilder)

Der Toyota Prius hat einen leistungsverzweigten Vollhybrid-Antrieb.

Toyota will künftig nicht nur ein einziges Antriebskonzept weltweit anbieten, sondern je nach Einsatzort verschiedene Varianten – getreu dem Motto "Das richtige Fahrzeug, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit." Der Vollhybrid soll dabei als Kerntechnologie für verschiedene Antriebskonzepte dienen. Je nach Einsatzort und -zweck sollen auch Elektroautos und mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge eine wichtige Rolle übernehmen. Für den Stadtverkehr oder als kleine Lieferfahrzeuge ist demnach der rein elektrische Antrieb prädestiniert. Große Fahrzeuge, die lange Fahrtstrecken zurücklegen müssen, also Lkws, Lieferwagen oder Linienbusse, eignen sich für den Brennstoffzellen-Hybridantrieb. Damit unterscheidet sich Toyota wenig von anderen Automobilherstellern, die ebenfalls mehrgleisig fahren wollen. Der Unterschied zur Konkurrenz wird wohl zunächst bleiben, dass der leistungsverzweigte Vollhybrid ein Kernelement bei Toyota bleibt, während die meisten anderen Großserienhersteller auf den Parallelhybrid setzen, oder sogar so scheinbar exotische Ansätze wie etwa im VW TwinDrive prüfen.