HP vergleicht sich nach Spitzelaffäre mit Journalisten
Der Computerkonzern hat sich mit einigen von der Spitzelaffäre betroffenen Journalisten verglichen und den Streit gegen eine ungenannte Summe beigelegt. Andere Verfahren laufen unterdessen weiter.
Mit einem Vergleich legt der US-Computerriese Hewlett-Packard eine peinliche Affäre, die das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren erschütterte, zumindest teilweise bei. In dem Skandal um die interne Untersuchung eines Informationslecks in Aufsichtsratskreisen hatten private Ermittler im Auftrag der Konzerns unter anderem Journalisten mit fragwürdigen Methoden ausgeforscht. Die Reporter, darunter Angestellte von Business Week, der New York Times sowie CNET News und einige ihrer Angehörigen hatten HP daraufhin verklagt. Mit drei Journalisten der Business Week sowie der NYT hat sich das Unternehmen nun auf einen Vergleich geeinigt. Finanzielle Details des Arrangements wurden nicht bekannt. Die Verfahren von weiteren Journalisten laufen unterdessen weiter.
Die Affäre war durch eine interne Untersuchung im Auftrag von der damaligen Aufsichtsratschefin Patricia Dunn ausgelöst worden. Die Ermittler sollten herausfinden, wie Informationen aus dem Gremium an die Presse gelangt waren. Im Rahmen der von HP-Managern gesteuerten Untersuchung hatten sich Privatdetektive unter Angabe falscher Identität die Telefondaten von Journalisten und HP-Mitarbeitern verschafft. Die Affäre kostete Dunn und weitere Topmanager des Konzerns schließlich den Job. Ein Verfahren im US-Bundesstaat Kalifornien legte das Unternehmen mit einer Millionenzahlung bei.
"Das war ein Affront fĂĽr die freie Presse", meinte der Anwalt der Journalisten, die nun dem Vergleich zugestimmt haben. Dem Unternehmen habe nicht gepasst, was in der Presse geschrieben wurde und so habe man versucht, die Quellen der Journalisten zu enttarnen. Die New York Times, die das Verfahren fĂĽr einen Angestellten fĂĽhrte, der selbst keinen finanziellen Ausgleich angestrebt hatte, will das vor allem als Zeichen an andere Unternehmen verstanden wissen und das Geld fĂĽr Institutionen der Journalistenausbildung spenden. Auch die Reporter der Business Week wollen Medienberichten zufolge einen Teil der Vergleichssumme spenden.
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