iPhone-Kaufberatung: Vom 4s bis zum iPhone 7 Plus
Seite 2: iPhone 4s nur bis iOS 9
Apple nannte das im Oktober 2011 eingeführte Gerät zunächst iPhone 4S, mit großem S. Erst zwei Jahre später, als das iPhone 5s auf den Markt kam, beschloss das Unternehmen, das S fürderhin auch bei der vierten Generation klein zu schreiben.
Mit seinem charakteristischen, kantigen Gehäuse ist das iPhone 4s bis heute der Liebling vieler Apple-Fans. Es passt in jede noch so kleine Hosentasche und lässt sich auch mit einer Hand problemlos bedienen. Schwachpunkt ist die gläserne Rückseite, die leicht zerkratzt oder gar bricht. Ohne Cover sollte man das Gerät nicht einsetzen. Das gilt aber übrigens für jedes iPhone – bis heute.
Wie Sie iPhone 4s und iPhone 4 unterscheiden
Von seinem Vorgänger, dem iPhone 4, kann man das 4s nur mit geübtem Blick unterscheiden, und zwar an den beiden schwarzen Linien an der Außenkante, links und rechts oben (siehe Bildergalerie am Anfang des Artikels). Sie unterteilen den Metallrahmen in vier Segmente, während der des iPhone 4 aus dreien besteht. Apple hat beim 4s eine zusätzliche Mobilfunkantenne eingebaut, um dem „Antenna Gate“ zu begegnen: Überbrückt man beim iPhone 4 durch eine bestimmte Handhaltung die Antenne für Bluetooth, WLAN und GPS im linken Gehäuserahmen mit der für Mobilfunk im rechten, geht die Empfangsqualität in den Keller (per Hülle oder Bumper leicht zu umgehen). Das iPhone 4s kann je nach Bedarf zwischen beiden Mobilfunkantennen umschalten und immer die mit den jeweils besseren Bedingungen benutzen. Mehr als 14,4 MBit/s beim Download und 5,8 MBit/s beim Upload sind dem 4s aber nicht zu entlocken (UMTS respektive 3G).
Das Display hat wie schon zuvor das iPhone 4 die Retina-Auflösung (326 dpi), man kann also mit bloßem Auge keine Pixelstrukturen mehr erkennen. Der A5-Prozessor ist der gleiche, der auch im iPad 2 arbeitet, dort aber schneller getaktet wird. Die Performance war damals, Ende 2011, ein Traum für jeden Mobiltelefonbesitzer. Heutige Apps kriechen aber bisweilen nur noch darauf, und iOS 9 macht es nicht besser: Komfort hat nun mal seinen Preis. Auch der Grafikchip kann mit seinen Nachfahren nicht mehr annähernd mithalten. Wer unterwegs keine modernen 3D-Spiele zocken möchte, kommt darüber aber hinweg. Schmerzvoller ist da schon die recht knappe RAM-Ausstattung von 512 MByte. Zum Vergleich: Die aktuelle iPhone-Generation 6s und 6s Plus hat viermal so viel. Es kann schon mal passieren, dass Apps auf dem 4s abschmieren, weil sie mehr verlangen, oder gar nicht erst starten. Manche lassen sich nur zäh bedienen.
Sprachassistentin Siri gab DebĂĽt auf iPhone 4s
Dank der Bluetooth-4.0-Unterstützung verbindet sich das iPhone 4s mit allen gängigen Geräten. Auch in den Freisprecheinrichtungen von Autos verrichtet es nach wie vor tapfer seinen Dienst. Die Frontkamera gibt bei Facetime-Telefonaten und Selfies keine sonderlich gute Figur ab; die Fotos und Videos der Rückkamera können sich aber weiterhin sehen lassen. Sie hat immerhin schon einen 8-Megapixel-Sensor und eine ordentliche Optik mit fünf Linsen, aber eine schwache Blitz-LED. Im Dunkeln sollte man daher nicht unbedingt fotografieren. Je nach Motiv geraten Bilder farbstichig. Videos werden immerhin schon mit Full-HD-Auflösung (1080p) aufgezeichnet und mit Hilfe des im 4s erstmals implementierten digitalen Bildstabilisators schon brauchbar entwackelt.
Das iPhone 4s war das erste Apple-Gerät, das AirPlay Mirroring unterstützte, und das erste mit Sprachsteuerung – Siri war auch Namenspatron für das S. Da die Verarbeitung der Kommandos auf Apples Servern in der Cloud erfolgt, gelingt sie auf dem 4s heute genauso gut wie auf aktuellen Geräten, vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen. Damals waren etwa die Rauschfilter noch nicht so ausgefeilt. Anno 2011 funktionierte noch keine Sprachnavigation in der Karten-App, heute alles kein Problem mehr.
Als problematisch kann sich aber der WLAN- und Bluetooth-Chip im iPhone 4s erweisen, dessen Lötstellen sich nach längerer thermischer Belastung in manchen Geräten lösen. Als Folge brechen Verbindungen bisweilen ab. Apple gestand das Problem seinerzeit ein und tauschte betroffene Geräte aus; einige Besitzer beschwerten sich aber auch danach noch über Schwierigkeiten.
iPhone 4s noch mit Dock-Connector statt Lightning
Weiteres Manko des 4s: Der 30-polige Dock-Connector ist veraltet, weil sich die Peripheriehersteller seit Jahren auf den Nachfolger Lightning konzentrieren. Man bekommt Ladekabel, Sound-Docks und so weiter zwar weiterhin, zumindest gebraucht. Ob man aber noch viel Geld für ein Gerät mit einem längst abgelösten Standard ausgeben sollte, ist fraglich.
iOS 9 war die letzte groĂźe Betriebssystem-Version fĂĽr das iPhone 4s. Sicherheits-Updates gibt es dafĂĽr nicht mehr. Immerhin: Die meisten Apps werden eine Zeit lang weiterhin laufen. Wenn Sie ein zukunftssicheres Smartphone suchen, sind Sie mit einer jĂĽngeren Generation aber besser beraten.