Qimonda findet keine Ingenieure

400 offene Stellen vor allem in Forschung und Entwicklung kann der Speicherchiphersteller nicht besetzen. Um Fachkräfte früh zu binden, hat der Konzern eine Kooperation mit der TU München vereinbart.

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"Es gibt zu wenig Nachwuchs", klagt Qimonda-Chef Loh Kin Wah in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Der Münchner Speicherchiphersteller könne 400 offene Stellen vor allem in Forschung und Entwicklung nicht besetzen, weil geeignete Arbeitskräfte fehlten. Das seien mehr als jede zehnte Ingenieurstelle der Firma. Qimonda werde künftig stärker in öffentliche Forschung und Lehre investieren, um Fachkräfte früh zu binden, sagte Loh bei Abschluss eines Kooperationsvertrags mit der Technischen Universität München (TUM).

Der Vertrag sieht vor, dass die Uni und das Unternehmen in Nachwuchsausbildung, Produktentwicklung und systematischem Wissensaustausch enger kooperieren. Bisher gab es schon einzelne Kontakte und Kooperationen zwischen Qimonda mit Lehrstühlen und TUM-Einrichtungen. Die neue Vereinbarung soll die gemeinsamen Aktivitäten bündeln und auf eine "neue, zukunftsweisende Grundlage stellen", teilt die TUM mit.

TUM-Studenten sollen wissenschaftliche Stipendien erhalten. Ebenso seien gemeinsame Lehrveranstaltungen und Praktikumsplätze sowie die Vergabe von Diplom- und Dissertationsthemen geplant. Neben gemeinsamen Tagungen seien auch Besuche und Seminare an Qimonda-Standorten vorgesehen, zum Beispiel dem 300-mm-Werk in Dresden. Für Lehrveranstaltungen, Forschungsstipendien und Seminare von Studenten an den Standorten des Konzerns will Qimonda laut Zeitungsbericht im ersten Jahr 500.000 Euro aufwenden. In den nächsten Jahren werde der Konzern die Zusammenarbeit ausbauen.

Zu den gegenwärtigen Klagen vieler Branchen und besonders der IT-Firmen über angeblichen Facharbeitermangel siehe auch den Hintergrundbericht in c't/heise Jobs:

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