Test Cupra Formentor e-Hybrid: Schick, aber nicht effizient
Seite 2: Verbrauch, Schiebedach, Fazit
Dass der Stromverbrauch von 25,6 kWh/100 km hochgerechnet und inklusive Ladeverlusten ebenfalls nicht gerade niedrig war, war zu erwarten. Dazu ist das Ladetempo mit maximal 3,7 kW lahm. Die reale Reichweite betrug im Mittel 45 km. Cupra gibt auf der Webseite – so wie es der Gesetzgeber vorsieht – noch die alten NEFZ-Werte an. Dem Testwagen lag aber die CoC-Kopie bei, die nach WLTP 5,2 bis 7,6 Liter Benzinverbrauch und eine elektrische Reichweite von 55 km ausweisen, was einer guten Annäherung an die Realität entspricht. Das Bundeswirtschaftsministerium kann sich bis heute nicht dazu durchringen, diese bei wirklich jedem Plug-in-Hybrid vorhandenen CoC-Zahlen als Basis der Energiekennzeichnung ("Pkw-EnVKV") vorzuschreiben. Ein Unding, das dringend abgestellt werden sollte.
Echtes Schiebedach
Was den Alltag im Cupra Formentor angenehm macht, ist das komfortable Grundkonzept. Die Fahrwerksabstimmung ist trotz großer Räder samt geringer Flankenhöhe gelungen, die Lenkung ist präzise. Anklang fand auch das Schiebedach, welches tatsächlich noch eines ist, sich also öffnen lässt. Das muss in Zeiten, in denen Glasdächer häufig dauerhaft geschlossen sind, gesondert erwähnt werden. Dass die Slider zur Bedienung zum Beispiel der Klimaanlage gewöhnungsbedürftig sind, hat sich herumgesprochen.
Cupra Formentor e-Hybrid Innenraum (6 Bilder)

Prädiktive Rekuperation
Ein Lob verdient die automatische und prädiktive Rekuperation. Der Cupra Formentor verzögert gezielt, wenn ein neues Tempolimit wie etwa eine Ortseinfahrt oder ein vorausfahrendes Fahrzeug erkannt wurde. Das funktioniert so gut und so intuitiv, dass man es sich für jedes Auto wünschen würde. Wer das anders sieht, kann die prädiktive Rekuperation natürlich abschalten.
Als SUV-artiges Auto überzeugt der Cupra Formentor e-Hybrid die Anhänger des Zeitgeists, als Plug-in-Hybrid spart er Steuern, obwohl die reale Effizienz niedrig ist. Der Cupra Formentor ist ein schicker Begleiter für alle Zwecke bis zum 1,5-Tonnen-Wohnwagen, und er ist mit viel Detailliebe gestaltet. Zugleich ist er eine Alternative für jene Kunden, denen ein Golf schlicht zu langweilig ist.
Der Hersteller hat den Testwagen kostenfrei zur Verfügung gestellt und überführt. Der Autor hat die Fahrenergie bezahlt.
(mfz)